Erstellt am 30. Juli 2014, 10:44

von Katharina Zedlacher-Fink

Wenig Honig, aber kein Preisanstieg. Der Honigertrag liegt heuer deutlich unter dem Niveau der Vorjahre, eine Preiserhöhung schließen die Imker aber bislang aus.

Mario Vogel und Jürgen Nitzky von der Pannonischen Imkergemeinschaft Vogel&Nitzky geben dem Wetter die Schuld am schlechten Honigertrag im heurigen Jahr. Foto: Pannonische Imkergemeinschaft  |  NOEN, Pannonische Imkergemeinschaft
Weniger als die Hälfte an Honig im Vergleich zu den vergangenen Jahren wurden im heurigen Jahr bislang geerntet, vermelden die heimischen Imker. „Normalerweise gibt es 40 bis 50 Kilogramm Honig pro Bienenstock, heuer schaffe ich vielleicht gerade mal 20 Kilo“, sagt Johann Lunzer, Imker in Neusiedl am See.

Grund: Komplettausfall bei Akazie

Abgezeichnet hätte sich das schlechte Honigjahr bereits im Frühjahr, so Lunzer weiter. Denn heuer gab es bei der Akazie, deren Blüte den wertvollsten Honig liefert und für die Bienen in unseren Breitengraden sehr wichtig ist, einen Komplettausfall.

Als Hauptgrund für den Ausfall sehen sowohl Lunzer, der an die vierzig Bienenstöcke sein eigen nennt, als auch die Golser Imker Mario Vogel und Jürgen Nitzky von der Pannonischen Imkergemeinschaft Vogel&Nitzky das Wetter.

Wenig Winterfeuchte und Schlechtwetter 

„Heuer gab es durch den milden Winter so gut wie keine Winterfeuchte und daher waren die Böden noch trockener als sie es ohnehin schon sind. Dann ist just zur Vollblüte der Akazie das Schlechtwetter gekommen“, erklärt Mario Vogel das Wetter-Dilemma. Das habe zu schweren Einbußen beim Honigertrag geführt.

Trotz der Ernteausfälle nehmen die heimischen Imker bislang Abstand von Preiserhöhungen. „Wenn ich jetzt schon mit dem Preis raufgehe, vertreibe ich meine Kunden. Das traue ich mich nicht. Noch hab ich Vorrat, wenn der aufgebraucht ist, bleibt mir natürlich nichts anderes übrig als den Preis zu erhöhen“, sagt Johann Lunzer.

Glas-Preis bleibt, Fassware wird teurer

Außerdem habe er den Verkauf — er bietet seinen Honig nicht mehr am Bauernmarkt an — heruntergeschraubt. So könne er den Preis von acht Euro pro Kilogramm Honig im heurigen Jahr noch halten, so der Neusiedler, der auch als Kassierstellvertreter beim burgenländischen Imkerverband tätig ist.

Auch die Golser Imker Vogel und Nitzky werden die Preise im Glasverkauf vorerst nicht erhöhen. „Bei unserer Fassware, das sind 300-Liter Fässer, die wir an Abfüllbetriebe verkaufen, wird es allerdings einen Preisanstieg geben“, erklären sie.


Information:

Die Pannonische Imkergemeinschaft Vogel&Nitzky haben 1.700 Bienenstöcke, die über ganz Österreich verstreut sind. Die beiden Golser betreiben die Imkerei hauptberuflich.