Erstellt am 06. September 2016, 16:46

Missionarin Maria Wachtler in Caracas gestorben. Die österreichische Missionarin und Ordensfrau Maria Wachtler ist am Montag im Alter von 81 Jahren in Caracas, der Hauptstadt Venezuelas, gestorben.

Schwester Maria Wachtler lebte 51 Jahre lang bei den Yanomami im Regenwald von Venezuela  |  BVZ

Das teilte das internationale Hilfswerk Jugend Eine Welt am Dienstag mit. Wachtler, die dem Orden der Don Bosco Schwestern angehörte, hat über Jahrzehnte beim indigenen Volk der Yanomami gewirkt.

Wachtler kam 1935 im westungarischen Dorf Zanegg zur Welt und wuchs in Neusiedl am See auf. 1953 trat sie den Don Bosco Schwestern bei, 1965 wurde sie als Missionarin zu den am Oberen Orinoco lebenden Yanomami entsandt.

Unterrichtssystem aufgebaut

Gemeinsam mit anderen Don Bosco Schwestern baute Wachtler am Oberen Orinoco unter anderem ein funktionierendes Unterrichtssystem auf, sorgte für eine medizinische Grundversorgung und verfasste das erste Grammatikbuch der Yanomami-Sprache.

Der Staat Venezuela würdigte ihre Arbeit mit einer Briefmarke. In Österreich wurde sie unter anderem mit dem Romero-Preis ausgezeichnet. Auf Wunsch der Verstorbenen soll ihre Urne nach der am Dienstag stattfindenden Einäscherung und Begräbnismesse an die Yanomami übergeben werden, die für sie einen Totenritus wie für eine Stammesangehörige durchführen wollen.