Erstellt am 06. September 2015, 15:44

von Birgit Böhm-Ritter

In Nickelsdorf ist Ruhe eingekehrt. Die Lage in Nickelsdorf hat sich entspannt. Momentan entspricht das Flüchtlingsaufkommen „normalen“ Tagen. Das heißt man rechnet heute mit etwas mehr als 400 Neuankömmlingen in Nickelsdorf.

Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil, Bundesrettungskommandant Gerry Foltik und Landesgeschäftsleiter des Roten Kreuz Burgenland, Thomas Wallner während der Pressekonferenz am Sonntag (6. September 2015) vor dem alten Zollgebäude in Nickelsdorf. Foto: APA/Herbert P. Oczeret  |  NOEN, APA/Herbert P. Oczeret
In einer Pressekonferenz des Roten Kreuzes und der Burgenländischen Landespolizeidirektion wurde nach 36 Stunden im Einsatz eine erste Bilanz gezogen.

12.000 Flüchtlinge sind seit den frühen Morgenstunden am Samstag über die Grenze nach Nickelsdorf gekommen. Davon sind 9.000 Flüchtlinge nach Deutschland gebracht worden oder gerade am Weg dorthin.



Für diese Notsituation hat das Rote Kreuz seine Katastrophenhilfsstrukturen hoch gefahren. Die Hilfsmaßnahmen wurden auf das Bundesrettungskommando ausgedehnt.

„Ein eigener Stab koordinierte die Hilfe“, erklärt Tobias Mindler, Sprecher der Roten Kreuzes, der auch die gute Zusammenarbeit zwischen den Länderorganisationen Burgenland, Wien, Niederösterreich und Steiermark betonte.

Auch die ungeheure Hilfsbereitschaft der Bevölkerung, die mit Sachspenden oder ihre direkt vor Ort half, hob er hervor.



Derzeit ist es in Nickelsdorf sehr ruhig. Am Bahnhof ist es still geworden. Nur vereinzelt sind Flüchtlinge unter dem Flugdach bei der Grenze zu sehen. Auch in der Nova Rock-Halle, wo sich in den Morgenstunden noch 400 Flüchtlinge aufhielten, sind es nun deutlich weniger.

Wie sich die Lage in den nächsten Stunden und Tagen weiterentwickeln wird, scheint jedoch unklar. Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil übte wiederholt Kritik an Ungarn, woher Informationen nur spärlich fließen. Die Einsatzkräfte der Polizei und des Roten Kreuzes bleiben jedenfalls in Bereitschaft.

Das Rote Kreuz bittet außerdem momentan keine Hilfsgüter nach Nickelsdorf zu bringen, längerfristig aber weiter zu unterstützen. Derzeit seien die Lager jedoch voll.