Erstellt am 28. September 2011, 00:00

Ist die Natur in Gefahr?. LEITHAAUEN / Naturschützer orten Gefahr für Tier- und Pflanzenwelt. Schuld daran soll die erhöhte Zahl an Kanufahrten sein.

GATTENDORF / POTZNEUSIEDL /  Die Flusslandschaft entlang der Leithaauen zieht jährlich zahlreiche Gäste an. Neben Wiesen und Wäldern laden auch verschiedene Tourismusangebote zum Verweilen in den Leithaauen ein.

Ausbau der Kanuwege:  Stutzen von Bäumen?

Für die Region „Leithaauen“ stellte die Europäische Union kürzlich rund 800.000 Euro Förderungen bereit. Umweltschützer schlagen nun allerdings Alarm: Um das Angebot an Kanufahrten entlang der Leitha auszubauen, werden weitere Wasserwege erschlossen. Dies geschieht nach Aussagen von Herbert Dröscher, Naturfreund aus Gattendorf, durch Stutzen von Ästen entlang des Flusses. Nun wandte sich Dröscher an den burgenländischen Umweltanwalt Hermann Frühstück. Dabei geht es Dröscher um das naturbelassene Gebiet zwischen Gattendorf, Potzneusiedl und Deutsch Haslau: „Hier ist die Natur noch vollkommen unberührt und intakt. Nicht das generelle Kanufahren auf der Leitha ist das Problem, sondern in diesem unregulierten Gebiet. Das Schneiden der Äste und vor allem die zahlreichen Kanufahrten täglich verursachen Lärm, was wiederum die Vögel während der Brutzeit stört“, so der Gattendorfer.

Eva Nikolaou, Geschäftsführerin des Regionalverband „Leithaauen“, kommentiert dies wie folgt: „Es stimmt, dass Fahrtlinien ausgeschnitten wurden, allerdings nur für die Größe eines Bootes. Dabei wurde aber kein Baum oder Strauch am Flussufer geschnitten. Im Durchschnitt sind in besagter Region pro Tag zwei Boote unterwegs.“ Zudem betont Nikolau, dass die Aufräumarbeiten für die neuen Strecken im März per Kamera dokumentiert wurden: „Es wurden keine Bäume gestutzt, das ist belegbar. Dabei wurden auch keine Tiere beim Brüten gestört.“

Auch Umweltanwalt Hermann Frühstück hat sich mit der causa beschäftigt: „Ich habe bereits mit der Bezirkshauptmannschaft Kontakt aufgenommen und angeregt, sich mit allen Beteiligten sowie Fachleuten an einen Tisch zu setzen, um Richtlinien durchzugehen und auszuarbeiten.“ Bisher sei es allerdings noch zu keinem Treffen gekommen.