Erstellt am 02. April 2014, 23:59

Jede dritte Straftat passiert im Bezirk. Kriminalität / Aktuelle Diebstahlsserie bei Seewinkler Gemüsebauern; im Vorjahr passierten laut Statistik 596 Einbrüche im Bezirk.

Fleißig. Bezirkspolizeikommandant Rainer Bierbaumer und Kriminalreferent Gerhard Braunschmidt vom Bezirkspolizeikommando.  |  NOEN, Weisz
Von Nicole Thüringer und Christoph Weisz

In der Vorwoche kam es in Wallern im Burgenland zu vermehrten Diebstählen bei insgesamt fünf Gemüsebauern. In nur einer Woche schlugen die Täter zweimal in der Nacht zu. Den fünf Bauern, ihre Ackerfelder und Folientunnel befinden sich zwischen Wallern und Tadten, wurden Beregnungsanlagen sowie dazugehörige Komponenten (zum Beispiel Verbindungsstücke wie Kupplungen) entwendet. Von den Tätern fehlt bis jetzt jede Spur.

Michlits: „Die Politik soll endlich aufwachen“ 

Bei Gemüsebäurin Anita Michlits aus Wallern, ließen die Diebe insgesamt 41 Beregnungsanlagen sowie mehr als fünfzig für die Anlagen wichtige Komponenten mitgehen. „Das geht nun schon drei Jahre so. Auch in den Vorjahren wurden wir immer wieder dreist bestohlen. Heuer beläuft sich der Schaden bereits auf etwa 3.500 Euro. Das kann so nicht weitergehen, es muss sich etwas ändern“, appelliert Landwirtin Michlits. Einem weiteren Landwirt, der nicht namentlich genannt werden will, erleichterten die Diebe um 22 Bewässerungsanlagenkomponenten.

Die Gemüsebauern aus Wallern sind verärgert und aufgebracht. „Ich habe schon überlegt eine Bürgerinitiative ins Leben zu rufen. Ich möchte, dass unsere Politiker endlich aufwachen. Ich appelliere an sie, dass sie uns Bauern zukünftig mehr Sicherheit gewähren müssen“, so die verzweifelte Bäuerin Anita Michlits.

Die Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2013 weist für den Bezirk dennoch einen Rückgang der Einbruchsdelikte gegenüber 2012 von 4,9 Prozent auf (2012: 627 Einbrüche, 2013: 596 Einbrüche). Im burgenländischen Bezirksvergleich nimmt der Bezirk Neusiedl mit 32,7 Prozent aller Delikte aber dennoch klar den Spitzenplatz ein (zum Vergleich: im Bezirk Jennersdorf fanden nur 4,1 der Straftaten statt). Bezirkspolizeikommandant Rainer Bierbaumer meint dazu, „Der rückläufige Trend zeigt, dass sich die höhere Außenpräsenz der Beamten auszahlt.“ Auch die Aufklärungsquote mit 45,9 Prozent im Bezirk ist hoch.

„Trotz der Grenznähe ist das eine sehr gute Leistung“, so Bierbaumer weiter, „Jedes zweite Delikt wird aufgeklärt.“ Weiters die Nase vorne hat der Bezirk bei Grenzgehern, die sich unrechtmäßig Zutritt auf österreichisches Staatsgebiet verschafften. Mit 777 Personen wurden zwar 75 Prozent der im gesamten Burgenland aufgegriffenen Personen gezählt, im Vergleich zu 2012 waren es aber nur halb so viele. Burgenlandweit wurden im Vorjahr insgesamt 10.256 Straftaten begangen, die Aufklärungsquote lag bei 52,9 Prozent. Die Zahl der Verkehrstoten verringerte sich im Burgenland von 30 im Jahr 2012 auf 17 Todesopfer im Vorjahr.