Erstellt am 10. Juni 2015, 08:32

von NÖN Redaktion

Aktion "Rettet die Vereinsfeste". Das Joiser "Mai Beat" wurde vom "Bündnis der Gastronomie Österreichs" angezeigt. Veranstalter kämpfen nun mittels Internet-Plattform für die Beibehaltung solcher Events.

Sascha Krikler, JVP-Obmann aus Jois, startete eine Facebook-Seite „Rettet die Vereinsfeste“.  |  NOEN, zVg

Bereits zum siebenten Mal fand am letzten Maiwochenende das „Mai Beat“ statt: eine Veranstaltung der JVP Jois, die mittlerweile zu einem Fixpunkt im Veranstaltungskalender im Bezirk wurde und sich vor allem zu einem Highlight für Liebhaber der elektronischen Musik entwickelt hat.

Die Vorzeichen für die siebente Auflage standen allerdings schlecht. „Nur wenige Tage vor dem „Mai Beat“ haben wir zwei Anzeigen bekommen“, erzählt Sascha Krikler, JVP-Ortsobmann, „eine anonyme Anzeige und eine Anzeige vom Bündnis der Gastronomie Österreichs.“ Letztere richtet sich gegen den Verstoß des Gewerberechtes, weil die Junge Volkspartei (JVP) nicht als gemeinnütziger Verein gilt.

Dass die Veranstaltung trotzdem stattfinden konnte, verdanken die Mai Beat - Fans einem gelungenen Trouble-Shooting der Organisatoren. Ihre Erfahrungen wollen sie nun auch anderen Veranstaltern weiter geben. „Wir haben in den letzten Jahren Leib und Seele in diese Veranstaltung investiert. Uns war es wichtig, dass es weiter geht“, betont Krikler, der auch auf die Bedeutung seiner und ähnlicher Veranstaltungen für das gesellschaftliche Leben in der Region hinweist.

"Auflagen mehr als notwendig erfüllt"

Gemeinsam mit einem Gastronomen und der genauen Einhaltung aller Auflagen wurde es möglich, die Veranstaltung wie geplant durchzuziehen. „Wir haben unsere helfenden Mitglieder beim Finanzamt angemeldet, haben selbstverständlich die Allergenverordnung aufgelegt und die Sicherheitsauflagen mehr als notwendig erfüllt“ sagt Krikler.

Bezirkshauptmann Martin Huber bestätigt die Einhaltung der Auflagen. Aufgrund der Anzeige sei die Veranstaltung überprüft worden: „Eine Veranstaltungsstättengenehmigung lag vor. Ich gehe davon aus, dass auch während der Veranstaltung alle Auflagen eingehalten wurden.“ Überwachungsbehörde sei die Gemeinde.

Sascha Krikler fürchtet, dass sich viele Veranstalter abschrecken lassen. Aufgrund von Anzeigen des Gastronomen-Bündnisses wurden in den vergangenen Wochen einige Veranstaltungen im Burgenland abgesagt, etwa die „Night Pool Party“ in Jennersdorf oder das „Summer Take Off“ in Sankt Margarethen.

Informationslücken beseitigen

Es sei der Wildwuchs an Festen, der die Gastronomen schwer verärgere, erklärt Obmann Manfred Mader die Aktivitäten des Bündnis der Gastronomie Österreich, Austria (BDGA): „Die Veranstalter lukrieren unter dem Deckmantel der Gemeinnützigkeit bis zu 70.000 Euro am Finanzamt vorbei.“ Außerdem seien Veranstaltungsorte für die Feste oftmals nicht genehmigt. Seine Organisation fordert einen fairen Wettbewerb.

Krikler kritisiert, dass Vereine unter Generalverdacht stehen würden und angeprangert werden. Mit seiner neuen Facebook-Seite „Rettet die Vereinsfeste“ will er eine Informationsplattform für Veranstalter schaffen und Informationslücken beseitigen. Es sei wichtig die Gemeinschaft und auch das Ehrenamt zu fördern. Er befürchte ein großes Vereinssterben, wenn Vereine unter Generalverdacht gestellt werden: „Es traut sich ja niemand mehr etwas zu machen.“ Bei einer Facebook-Seite alleine soll es nicht bleiben. Eine Unterschriftanaktion ist angedacht.