Erstellt am 07. Dezember 2011, 00:00

Jugendliche üben Kritik. BRIEF AN GEMEINDERAT / Neun Jugendliche beklagen den Abzug der kulturellen Events im Schloss. Sie möchten eine Erklärung.

KITTSEE / Der Abzug des „Sommerfestivals“ und des „Pannonischen Forums“ schlägt in der Gemeinde derzeit hohe Wellen: Diese Woche fand ein Brief von neun Jugendlichen (Namen sind der Redaktion bekannt) den Weg zur BVZ. Im Brief, der an den Gemeinderat und den Bürgermeister adressiert ist, beklagt sich die Gruppe über den Abzug der Kulturveranstaltungen aus dem Schloss (darunter auch der „Burgenländischen Advent“ und der Standort des „Ethnografischen Museums“) und verlangt eine Erklärung. Nachsatz: „Abschließend sei noch gesagt, dass sich unter diesen Umständen keiner von uns vorstellen kann, sein weiteres Leben in Kittsee zu verbringen.“

Keine Reaktion: Gruppe fehlt  derzeit Antwort auf Brief

Bisher brachte der Brief aber nicht die gewünschte Wirkung für die Gruppe: Zu einer Erklärung des Gemeinderats kam es bisher nicht, erklärt ein Mädchen der Gruppe. Der Brief fand auch auf ungeklärte Weise in Form von Kopien Einzug in zahlreiche Kittseer Haushalte - auch das war nicht in ihrem Sinne, so die Gruppe. Man verfolge keine politische Absicht und wollte damit auch nicht in Verbindung gebracht werden, betonen die Jugendlichen. Man wolle dem Gemeinderat noch Zeit für eine Stellungnahme geben.

Senftner: „So viel Kultur-  förderung wie noch nie“

Ortschef Klaus Senftner (SPÖ) bezieht zum Brief und den Ereignissen der letzten Wochen nun Stellung: „Diesen Brief könnte von jedem stammen, da dieser mit dem Computer geschrieben wurde und sowohl Unterschriften als auch Kontaktnummern fehlen. Ich bin jederzeit absolut gesprächsbereit, egal für welche Seite. Bei einem vereinbarten Gesprächstermin hätte man in aller Ruhe darüber sprechen können, man muss sich nur vernünftig bei mir melden.“ In Bezug auf die Absagen des „Sommerfestivals“ und des „Pannonischen Forums“ stellt Senftner klar: „Es hat noch nie so viel Kulturförderung gegeben wie in den letzten neun Jahren. Die Förderungen betrugen in den letzten drei Jahren für das Sommerfestival jährlich 30.000 Euro, für das „Pannonische Forum“ jährlich 6000 Euro. Wir haben viel Geld für die Kultur zur Verfügung gestellt. Das Schloss und die Räume des Schulzentrums wurden stets gratis zur Verfügung gestellt. Ich habe immer aktiv bei den Events mitgeholfen und alle unterstützt. Wenn man mit mir in Kontakt getreten wäre, hätten wir auch eine Lösung für das „Pannonische Forum“ gefunden. Während der Arbeiten im Schloss hätte ich mich für eine Ausweichlokalität eingesetzt.“