Erstellt am 15. Juni 2011, 00:00

 Kaiserwetter für einen.  DAS WAR DAS NOVA ROCK / Sonne, Staub und Stromgitarren:

Durchhalten in der ersten Reihe: Drei Tage lang gaben auch die Besucher der Pannonia Fields alles.MARTIN REITER  |  NOEN
x  |  NOEN

VON WOLFGANG MILLENDORFER

Sauber über die Bühne gegangen ist das Nova Rock 2011 nicht nur aus Sicht der Veranstalter – auch die 160.000 Besucher an drei Tagen konnten mit ihrer Leistung zufrieden sein. Wobei: Sauber blieb man auf den „Pannonia Fields II“ bei Nickelsdorf auch in diesem Jahr nicht lange – heuer war es aber nicht der Schlamm, sondern der Staub der pannonischen Tiefebene. Den nahm man als Folgeerscheinung des besten Festivalwetters seit Jahren ebenso in Kauf wie tropische Temperaturen und reichlich Wind.

Mit Bikini und Sombrero   ins Rockfest-Wunderland
Und wer sich auf die Reise ins Wunderland eines Rockfestes begibt, der tut dies in der Regel ohnehin gut vorbereitet: bunte Tücher als Mund- und Sombreros als Sonnenschutz, Alkoholfreies gegen die Dehydration und Bikinis und Röcke, gern auch von den Herren der Schöpfung getragen. Sprich: In all dem Übermut gab das rund um die Uhr lustige Festivalvolk doch auch auf sich und andere Acht.

Die Bilanz der Zwischenfälle fällt damit zufriedenstellend aus; auch Veranstalter Ewald Tatar darf seinen Besuchern wieder ein Kompliment machen: „Die Leute waren super!“ Belohnt wurden sie schon davor, mit einem Übermaß an Spaß: Vom Vergnügungspark bis zum Supermarkt, vom Strandbad-Ausflug bis zur Party am Morgen boten Infrastruktur und Programm pures Festival-Entertainment.

Ach ja – und da war doch noch etwas: nicht weniger als 80 Bands auf mittlerweile fünf Bühnen; auf den kleineren die Newcomer, auf den beiden Haupt-Stages vermischten sich lebende Legenden wie Iron Maiden (gut gelaunt und sehr unterhaltsam), Danzig (weniger gut gelaunt) und Motörhead (mit anfänglichen Soundproblemen), angesagte Hitproduzenten wie Linkin Park (souverän) und Thirty Seconds to Mars (vor allem bei Damen beliebt) und schließlich alternative Vertreter der modernen Festivalkultur wie System of a Down, Dredg oder Wolfmother. Mit Pendulum gab‘s sogar einen elektronischen Ausreißer. Apropos Ausreißer: Das große Finale besorgte Montagnacht niemand Geringerer als Otto Waalkes.

Das alles und eben noch viel mehr ist das Nova-Rock-Festival. Man könnte fast sagen, Veranstalter und Publikum funktionieren nach nunmehr sieben Jahren als eingespieltes Team. Und im nächsten Sommer ist wieder großes Familientreffen …