Erstellt am 12. März 2014, 10:00

von Katharina Zedlacher-Fink

Kampf um Gebäude. Kittsee / Der alten Volksschule und dem Kindergarten droht der Abriss. Bürger kämpfen mit Petition nun für die Erhaltung.

Die beiden Gebäude mit den Befürwortern einer Erhaltung. Roman Stöger, Gerald Strass, Peter Adam, Johannes Sima, Ingeborg Milleschitz, Helena Bakaljarová. Foto: Zedlacher-Fink  |  NOEN, Zedlacher-Fink
Von Katharina Zedlacher-Fink

Im Zuge des aktuellen Neubaus des Kindergartens wurde gleichzeitig der Abriss des „alten“ Kindergartens und der alten Volksschule beschlossen. Auch deshalb, weil nur dadurch die vom Land vorgeschriebene Fläche Grünfläche für die Kindergartenkinder gegeben wäre.

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Nun formiert sich in der Gemeinde Widerstand gegen den Abriss der einzigen historischen Gebäude im Kittseer Ortskern. Eine Gruppe von Kittseer Bürgern rund um Ingeborg Milleschitz, die meisten Mitglieder der Dorferneuerung, wollen die beiden Gebäude unbedingt erhalten.

Laut Milleschitz sei auch mit der Erhaltung die erforderliche Freifläche für die Kinder gegeben. Unterstützung erhält sie vom Landeskonservator Peter Adam. „Wir überprüfen aktuell die Gebäude auf ihre Denkmalschutz-Würdigkeit. Sie sind aber auf jeden Fall erhaltenswert und für den Ort wichtig“, so Adam.

Innerhalb Parteien noch unklare Positionen

Bürgermeisterin Gabi Nabinger ist für beide Varianten offen. Priorität haben für sie die Freiflächen für die Kinder. „Ich will nicht riskieren, dass der neue Kindergarten nicht in Betrieb gehen kann“, so Nabinger. Wären die Freiflächen gesichert, würde aber nichts gegen eine Erhaltung sprechen. In ihrer SP-Fraktion seien die Meinungen ambivalent. Keine offizielle Meinung zu diesem Thema gibt es auch bislang innerhalb der ÖVP.

„Ich wäre dafür, den Kindergarten zu erhalten und die Volksschule aufgrund ihres desolaten Zustandes abzureißen“, so Vizebürgermeister Franz Buchta (ÖVP). Emmerich Bachmayer meint, seine LiKi sei mehrheitlich für eine Erhaltung. Die Grünflächen könne man durch den Abriss von später errichteten Zubauten sicherzustellen.

Dezidiert für einen Abriss beider Gebäude ist Walter Rinalda von der UBfK: „Es wurde bereits so viel investiert und die Gebäude sind voller Schimmel, und es gibt den Vertrag für einen Abriss mit dem Land.“


Information

  • Die alte Volksschule wurde 1855 und der Kindergarten im Jahre 1905 erbaut.
  • Das Bundesdenkmalamt vergibt den Status „Denkmalschutz“, wenn Gebäude eine geschichtliche, künstlerische und kulturelle Bedeutung haben. Außerdem gibt es noch den (niedrigeren) Status „für das Ortsbild wichtige geschichtliche Gebäude“.
  • Bei Kindergärten müssen pro Kind 14 Quadratmeter Grünfreifläche gegeben sein.
  • Bisher stellte die Familie Ströck, Besitzer des Nachbargrundstücks beim alten Kindergarten, der Gemeinde mietfrei eine Grünfläche zur Verfügung. Dieses Arrangement läuft allerdings mit Herbst 2014 aus.
  • Der neue Kindergarten soll heuer seinen Betrieb aufnehmen.