Erstellt am 03. Mai 2012, 07:06

Kinder für die Partei. AUFREGUNG / Volksschüler sollten bei einer Feier mitwirken, ohne zu wissen, dass es sich um eine SPÖ-Veranstaltung handle.

Der Stein des Anstoßes: In der Mitteilung der Schule ist nicht erwähnt, dass die Kinder bei einer Parteiveranstaltung mitwirken sollen.  |  NOEN
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NEUSIEDL AM SEE / Die Wogen gingen hoch, als vergangene Woche Bürgermeister Kurt Lentsch (ÖVP) Anrufe einiger erboster Eltern erhielt. Der brisante Sachverhalt: Die Kinder der 2c Klasse der Volksschule am Tabor wurden gebeten, eine Muttertagsfeier aktiv mitzugestalten. In der Mitteilung der Direktorin Angelika Pohl für die Eltern wurde allerdings nicht erwähnt, dass die Feier von der Neusiedler Ortsgruppe der SPÖ veranstaltet wurde.

Nur durch Zufall hätten einige Eltern im Internet erfahren, dass es sich nicht um eine Feier der Gemeinde, sondern um eine Parteiveranstaltung handle, erklärt Bürgermeister Lentsch. Ob diese Information bewusst zurückgehalten wurde, sei dahin gestellt.

Auch die ÖVP bittet Kinder, bei ihrer Muttertagsaktion mitzuwirken. „Jedes Jahr fragen wir Schüler der Klosterschule, ob sie unsere Gemeinderäte bei der ÖVP-Muttertagsaktion begleiten möchten. Die Eltern wissen, dass es sich um eine Parteiveranstaltung handelt“, betont Lentsch, „wenn jemand dagegen Vorbehalte hat, schickt er sein Kind nicht.“ Diese Offenheit erwarte er auch von der Direktorin. „Für mich war das nicht von Bedeutung, denn wenn man an die Schule herantritt - egal von welcher Partei oder Konfession - helfen wir gerne bei der Gestaltung einer Feier“, so Pohl in einer Klarstellung, die noch vor der Feier an die Eltern ging. Auch die Obfrau des Elternvereines und Mutter eines Schülers der 2c Regina Virak sieht den Sachverhalt gelassen. „Für mich macht es keinen Unterschied, ob die Feier von der Gemeinde oder einer Partei veranstaltet wird. Auch die Kinder machen keinen Unterschied. Das ist allerdings meine persönliche Meinung.“