Erstellt am 03. Juli 2013, 00:00

Kindergarten: Bürger stimmten für Umbau. Gattendorf / 55,64 Prozent der Bürger sprachen sich bei der Volksbefragung für den Um- und Zubau des bestehenden Kindergartens aus.

Bei der Stimmabgabe. Bürgermeister Franz Vihanek (ÖVP), Gemeinderat Alexander Schalling (FPÖ) und Vizebürgermeister Karl Helm (SPÖ). Bettina Scheidl  |  NOEN
Von Bettina Scheidl

GATTENDORF / Das Volk hat gesprochen: Am Sonntag wurden die Bürger im Rahmen einer Volksbefragung zur Urne gebeten, um ihrer Meinung über die räumliche Zukunft des Kindergartens und der Nachmittagsbetreuung der Volksschüler kundzutun. Die Entscheidung zwischen Um- und Zubau des Kindergartens oder einem Neubau für die Jüngsten der Gemeinde fiel dabei mit 55,64 Prozent der Stimmen für die erste Lösung aus: 291 Bürger favorisierten die Umbauvariante, 232 Gattendorfer hingegen einen Neubau des Kindergartens.

Detail am Rande: Die Lösung, durch Umbau und Zubau des jetzigen Kindergartens genügend Platz für die jüngsten Bürger zu schaffen, wird aus Eigenmitteln der Gemeinde finanziert, der Neubau des Kindergartens durch teilweise Kreditaufnahme oder Leasing - dies zeigt auch die Fragestellung der Volksbefragung (siehe Infobox).

ÖVP: „Toller Erfolg“,  SPÖ: Kritik an Vorgehen

Bürgermeister Franz Vihanek (ÖVP) sieht das Ergebnis positiv: „Ich sehe es als tollen Erfolg, auch aufgrund der hohen Beteiligung. Bei der Volksbefragung ging es einerseits um den Kindergarten, andererseits spielten auch die Gemeindefinanzen eine Rolle. Dass nun der Großteil der Wähler bei ihrer Entscheidung ebenfalls die Finanzen im Auge hatte, signalisiert Unterstützung, worüber wir uns freuen. Wir hoffen, dass es nun zu keiner Verzögerungspolitik auf Kosten unserer Kinder kommt und wir gemeinsam an der weiteren Lösung arbeiten.“

Pläne für Umbauprojekt ab Juli im Gemeinderat 

Vizeortschef Karl Helm (SPÖ) kommentiert das Ergebnis wie folgt: „Wir werden uns erst einmal in der Fraktion und in der nächsten Gemeinderatssitzung mit dem Ergebnis auseinandersetzen und dann sehen, wie wir weiter verfahren.“ Kritisch sehe man in diesem Zusammenhang auch das Instrument Volksbefragung insofern, als dass nicht sämtliche Zukunftsfragen per Volksbefragung gelöst werden können, für welche die ÖVP keine Mehrheit im Gemeinderat finde, so Helm: „Wir haben von den Wählern als Gemeinderäte einen Auftrag erhalten.“

Der nächste Schritt zum Thema Kindergarten wird in der Gemeinderatssitzung Ende Juli gesetzt, wie Vihanek der BVZ erklärt: In dieser Sitzung werden die Ausschreibungen für die Planungsleistungen der Ausbau- und Umbauvariante erfolgen.

Der Vorentwurf dieser Variante sieht einen Zubau im Erdgeschoß des Kindergartens und eine Aufstockung im Obergeschoss vor. Auf diese Weise würde sich im Erdgeschoß Platz für Speisesaal und Bewegungsraum, im Obergeschoss Platz für Schlaf- und Therapieraum, Kanzlei, die schulische Nachmittagsbetreuung und eine dritte Kindergartengruppe finden. Erste Schätzungen nach würde sich dies auf rund 970.000 Euro belaufen, so Vihanek.