Erstellt am 27. Mai 2015, 06:50

von Paul Haider

Petition für das Kindergarten-Tischgebet. Weil das gemeinsame Gebet in Parndorfer Kindergärten abgeschafft wurde, sammelten empörte Eltern über 1.000 Unterschriften für die Erhaltung von Bräuchen.

Übergabe. Eltern von Kindergartenkindern sammelten Unterschriften für die Beibehaltung von Kindergarten-Traditionen. Barbara Ettl (links) und Thomas Vondrlik (rechts) übergaben die Petition an Landeshauptmann Hans Niessl, Bürgermeister Wolfgang Kovacs und Vizebürgermeister Norbert Samwald. Foto: Paul Haider  |  NOEN, Paul Haider

Die Debatte um Religion im Kindergarten lässt in Parndorf noch immer Emotionen hochgehen. Nachdem sich eine konfessionsfreie Familie darüber beschwert hatte, dass die Erziehungsmethoden im Kindergarten Schulgasse zu religiös seien (

), überprüfte Kindergarteninspektorin Kornelia Berlakovich die Situation vor Ort.

Nach Inspektion: Gedicht statt Gebet

Die Erkenntnis und erste Konsequenz daraus: Die Parndorfer Kindergartenpädagoginnen dürfen nicht mehr, wie bisher üblich, die Kinder zum gemeinsamen Gebet auffordern. Stattdessen wird seit vergangener Woche im Kindergarten vor dem Essen ein Gedicht ohne religiösen Hintergrund aufgesagt.

„Wir Eltern wollen, dass das Tischgebet bleibt“, stellt Barabara Ettl, Mutter von zwei Kindergartenkindern, klar.

Deshalb, und aus Sorge um andere Bräuche im Kindergarten, schlossen sich Parndorfer Eltern zusammen und starteten eine Petition. Unter dem Motto „Für die Erhaltung unserer Bräuche und Traditionen im Kindergarten“ wurden innerhalb kürzester Zeit bereits über 1.100 Unterschriften gesammelt.

Unterschriftenliste an LH Niessl übergeben

Am vergangenen Freitag übergaben die besorgten Eltern diese Unterschriftenliste an Landeshauptmann Hans Niessl. Dieser betonte, dass lieb gewonnene Traditionen wie der Nikolo-Besuch oder das Laternenfest nicht gefährdet seien und sich diesbezüglich auch nichts ändern müsse.

Für die Problematik des Tischgebetes müsse aber noch eine für alle zufriedenstellende Lösung gefunden werden: „Wenn es Wunsch der Eltern ist, dass die Kinder beten, dann muss man das auch entsprechend organisieren“, betonte Niessl.

Bürgermeister Wolfgang Kovacs (LIPA) erklärte den Eltern, dass das Beten im Kindergarten grundsätzlich nicht verboten sei: „Wenn ein Kind aufsteht und zu beten beginnt, dann ist das zu unterstützen. Den Pädagoginnen ist es laut Gesetz aber untersagt, die Kinder aktiv zum Beten aufzufordern.“

Die BVZ hatte berichtet: