Erstellt am 04. März 2015, 05:05

von Bettina Scheidl

Mehr Personal geplant. Spital / Neuregelung des Ärztearbeitszeitgesetzes sieht Reduktion auf 48 Stunden pro Woche vor. In Kittsee ist man bemüht, das Personal aufzustocken.

Veränderungen für Spitalsbetrieb. Das neue Ärztearbeitszeitgesetz sieht eine Reduktion der Wochenarbeitszeit auf 48 Stunden vor. Fotos: BVZ Archiv  |  NOEN, BVZ Archiv
Im Herbst 2014 im Nationalrat beschlossen, trat das neue Ärztearbeitszeitgesetz im heurigen Jahr in Kraft, wo es seither für einige Veränderungen im österreichischen Krankenhausbetrieb sorgt. Die Neuregelung sieht vor allem die schrittweise Reduktion der wöchentlichen Arbeitszeit von Ärzten auf höchstens 48 Stunden beziehungsweise auf 25 Stunden im Wochenenddienst vor, was endgültig bis zum Jahre 2021 erreicht sein soll.

Versorgung: „Qualität ist sicher nicht gefährdet“

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Primar Luc Bastian (Foto links), ärztlicher Leiter des Krankenhauses Kittsee, erklärte auf Anfrage der BVZ hinsichtlich des neuen Ärztearbeitszeitgesetzes: „Nicht die Neuregelung an sich ist das Problem, sondern die vorgeschriebenen Ruhezeiten nach den verlängerten Diensten wie Nachtdiensten. Dadurch ist es nur mehr selten möglich, dass das gesamte Team zusammenkommt. Bei Krankenständen oder auch besonders während der Urlaubszeit gestaltet sich die Lage dann schon etwas schwieriger, auch Sonderurlaube zur Aus- oder Fortbildung sind nur mehr eingeschränkt möglich. Für die Primarärzte sind die Überstunden mehr geworden, da diese nicht durch das Ärztearbeitszeitgesetz eingeschränkt sind.“

Auf die Frage, ob durch die reduzierte Arbeitszeit der Ärzte auch für die Patienten mit Auswirkungen zu rechnen sei, entgegnet Primar Luc Bastian: „Durch den bestehenden Ärztemangel ist es trotz Bemühungen der „Krages“ natürlich schwierig, die gleiche Arbeitsmenge durchzuarbeiten. Dadurch kann es zu längeren Wartezeiten kommen, aber die ärztliche Versorgung ist sicher nicht in der Qualität gefährdet. Alle Beteiligten sind bemüht, eine Aufstockung des Personals zu erreichen, wobei gleichzeitig auch klar sein sollte, dass das Krankenhaus nicht die erste Anlaufstelle für Schnupfen, Husten oder ähnliche leichte Erkrankungen sein sollte.“