Erstellt am 10. Juni 2015, 08:40

von Denise Fuhrmann

ÖBB reichen Klage ein. Schon seit zehn Monaten wohnt dort ein obdachloser Mann. Gemeindepolitiker hoffen auf baldige Lösung.

Bahnhof als Wohnung. Seit fast einem Jahr wohnt ein Obdachloser auf dem Kittseer Bahnhof.  |  NOEN, Gsellmann
ÖVP-Vizebürgermeister Franz Buchta empfindet den Schritt einer Räumungsklage seitens der ÖBB als positiv, denn dann wird das Problem nicht länger „auf die Gemeinde abgewälzt“. Warum sich jedoch einzelne Gemeinderäte vor allem von der ÖVP und der Liste Kittsee (Liki) gegen das Angebot einer Anmietung des ÖBB-Mannschaftsraums für den obdachlosen Mann querlegen, begründet Franz Buchta so: „Bei einer solchen Anmietung muss die Gemeinde die Haftung für verursachte Verschmutzung übernehmen.“

Dies sieht der Vizebürgermeister aber nicht ein, denn ein Obdachloser am Bahnhof, „der muss sowieso weg“. Ebenfalls mit der Situation unzufrieden sieht sich die SP-Ortschefin Gabriele Nabinger, die hofft, dass sich für das Problem eine baldige Lösung ergibt.

Bereits fast ein Jahr harrt der 55-Jährige am Bahnhof Kittsee aus und machte bisher keine Anstalten, sich eine andere Bleibe zu suchen. Die Folge: vermüllter Bahnhof und Beschwerden vonseiten der Bahnhofsgäste. Zwar hätte der Mann bereits das Angebot eines Heimplatzes in Pama bekommen, diesen lehnt dieser jedoch vehement ab. Die ÖBB waren bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme nicht erreichbar.