Erstellt am 23. April 2014, 08:48

Kleider machen Leute. Neusiedl am See | Von außergewöhnlich bis alltäglich: Die BVZ stellt in ihrer Serie Beruf der Stadt samt Herausforderungen vor. Judith Frank-Unger kreiert und schneidert Mode von Hand.

Im Atelier. Seit zehn Jahren kreiert Judith Frank-Unger in der Unteren Hauptstraße bereits Mode und schneiderte jede Menge textile Einzelstücke. Foto: Scheidl  |  NOEN, Scheidl
„Jedes Kleidungsstück hat seine Geschichte: Von alltagstauglich bis ausgefallen kann jedem Wunsch meiner Kunden entsprochen werden“, erklärt Judith Frank-Unger der BVZ in ihrem Atelier. Am Standort in der Unteren Hauptstraße kreiert die Neusiedlerin bereits seit zehn Jahren Mode und schneiderte somit im Laufe der Jahre jede Menge Unikate.

Schneiderei: „Damit bin ich aufgewachsen“

„Ein Gespür für Farbe, Form und Schnitt stellt sozusagen den Grundpfeiler meines Berufes dar. Mein Ziel ist es außerdem, die Vorzüge des Körpers zu betonen und kleine Makel zu kaschieren. Ich schätze es, mit Menschen und deren Vielfalt zu arbeiten.

Mein „Liebkind“ sind aber sicherlich extravagante Kleidungsstücke, die oft gemeinsam mit dem Kunden entstehen“, erklärt Frank-Unger, der das Schneiderhandwerk in die Wiege gelegt wurde: „Die Tante meiner Mutter war Dorfschneiderin in Illmitz, für damalige Verhältnisse eine bemerkenswerte Ausbildung. Nähen war bei uns zu Hause deshalb schon immer ein Thema, damit bin ich aufgewachsen.“

Nach Absolvierung eines zweijährigen Kollegs für Mode- und Bekleidungstechnik in Wien und anschließender Meisterklasse machte sich die Neusiedlerin 1997 schließlich mit einem eigenen Atelier für Mode und Design in Neusiedl am See selbstständig.

Kunden bis nach Wien schätzen die gute Arbeit

„Mir war es wichtig, das Handwerk und dessen Grundtechniken von der Pike auf zu erlernen, um meine Ideen im Kopf auch vollends in die Tat umzusetzen. Mode bedeutet für mich nämlich Design und fundiertes Handwerk – nur beide Komponenten bringen die Aussage eines Kleidungsstückes vollends zum Ausdruck und lassen die Trägerpersönlichkeit wirken“, so Frank-Unger.

Heute legt die Neusiedlerin daher großen Wert auf das eigenständige Zeichnen und Entwickeln von Schnitten, wie sie erklärt: „Das ist für mich das Einmaleins der Schneiderei und somit unerlässliches Rüstzeug, um meine Stoffe in Kleidung zu verarbeiten. Auch die verschiedenen Materialen brauchen unterschiedlich Nahtführungen, um richtig zur Geltung zu kommen.“

Ein Grundsatz, den wohl auch Kunden des Bezirks bis nach Wien schätzen: Viele von ihnen kommen seit Beginn ihrer Selbstständigkeit ins Atelier, wo sich immer auch fertige Kleidungsstücke vorfinden, um die Vielfalt an Möglichkeiten und Stoffen zu zeigen: „Die Kunden können probieren, sich von Farben und Formen inspirieren lassen. Frei nach Yves Saint Laurents Zitat „Eine Dame trägt keine Kleider, sie erlaubt den Kleidern, von ihr getragen zu werden“ bin ich den Menschen gerne dabei behilflich.“