Erstellt am 03. Februar 2016, 09:31

von Pia Reiter

Knappe Mehrheit für Kloster in St. Andrä. Beteiligung lag bei 64,46 Prozent. 433 Bürger dafür, 398 lehnen Kloster ab. Ortschef: „Klares Votum.“

Lageplan. Vizebürgermeister Andreas Sattler und Bürgermeister Erich Goldenitsch mit den Entwürfen des geplanten christlich-orthodoxen Klosters. Das Ergebnis ist für beide repräsentativ und ein Auftrag der Bevölkerung die notwendigen Weichen, wie etwa eine Umwidmung vom Gemeinderat, für das Projekt zu stellen.  |  NOEN, Pia Reiter

Montag, ab 17 Uhr, eine halbe Stunde, nach der offiziellen Bürgerbefragung lag das Ergebnis vor: Bei der Bürgerbefragung zum geplanten christlich-orthodoxen Kloster in St. Andrä am Zicksee stimmten 433 Bürger mit „Ja“, 398 mit „Nein“. 64,46 Prozent der wahlberechtigten St. Andräer gaben ihre Stimme im Lokal der alten Post ab (

und unten!)

Für Bürgermeister Erich Goldenitsch (SPÖ) ist damit klar: „Das Ergebnis ein klares Votum der Bevölkerung für den Gemeinderat mit dem Projekt zu beginnen. Natürlich werden wir im Gemeinderat ausführlich darüber diskutieren und grünes Licht geben und dann die Weichen stellen, damit der Betreiber – die christlich-orthodoxe Kirche –das Projekt für die Einreichung aufarbeiten kann.“

Davon geht auch Vizebürgermeister Andreas Sattler (ÖVP) aus: „Für mich ist das ein eindeutiges Ergebnis, auch wenn es knapp ist. Für St. Andrä aber nichts Neues: Wir leben seit Jahren von sehr knappen Wahlergebnissen. Für mich ist die Bürgerbefragung repräsentativ. Nun müssen wir die Reaktion von Metropolit Arsenios abwarten, denn wir wissen noch nicht, was die christlich-orthodoxe Kirche dazu sagt.“

„Werden uns nach Ergebnis richten“

Grundsätzlich zeigt sich auch Goldenitsch mit der Beteiligung bei der Bürgerbefragung zufrieden: „Das ist aussagekräftig. Die Differenz von 35 Stimmen ist zwar nicht viel, aber eine demokratische Mehrheit. Das Ergebnis wird akzeptiert und wir werden uns danach richten.“

Der Zeitraum der Befragung sei äußerst großzügig angesetzt worden, weil die Bürger vier Tage lang die Chance gehabt hätten, ihre Stimme abzugeben, so Goldenitsch. Von einem Ergebnis mit einem bemerkenswerten Bekenntnis zu den Themen Kirche und Glauben spricht Dominik Orieschnig, Pressesprecher der Diözese Eisenstadt: „In einer kleinen Marktgemeinde haben mit ungewöhnlich hoher Bürgerbeteiligung 433 Menschen gesagt, ja wir wollen dieses Kloster und das in einer Zeit, in der die Kirche überall auf dem Prüfstand steht.“

Laut Orieschnig ein klares Zeichen dafür, dass die Menschen das Kloster wollen und das, obwohl in den vergangenen Wochen von einigen wenigen Personen alles versucht wurde, um gegen das Projekt negative Stimmung zu machen: „Es wurden Flugblätter mit teilweise verleumderischen und strafrechtlich relevanten Inhalten verteilt.“

Das bestätigt auch der Ortschef: „Im Vorfeld ist das mit den Flugblättern ausgeartet und schon ins Boshafte gegangen. Das hat sich das Projekt wahrlich nicht verdient.“

BVZ.at hatte am Montagabend berichtet:


Zum Thema

Insgesamt wurden 838 Stimmen abgegeben, davon waren 831 gültige dabei, sieben Stimmen waren ungültig. Die Befragung wurde von Freitag, 29. Jänner bis Montag, 1. Februar durchgeführt.

Wahlberechtigt waren 1.900 Bürger darunter auch viele Zweitwohnbesitzer, St. Andrä am Zicksee hat laut Amtsleiter Gerhard Mollnar 1.353 Einwohner.

35 Befragungskarten wurden im Vorfeld im Gemeindeamt angefordert.

Die Bürgerbefragung wurde nach dem selben System, wie eine Gemeinderatswahl durchgeführt, daran hat sich St. Andrä am Zicksee orientiert. Der Bürgermeister fungierte als Befragungsleiter, der Gemeinderat als Befragungskommission.