Neusiedl

Erstellt am 29. Juni 2016, 06:07

von Pia Reiter

Neusiedler Kaserne wird nun Schloss. Nach dem geplanten Verkauf wird die ehemalige Berger-Kaserne in der Unteren Hauptstraße nun als Schloss vermarktet.

Wohnen wie bei Königen. Das soll ab Ende 2018 mit dem neuen Wohnprojekt in der Kaserne nun auch in Neusiedl am See möglich werden.  |  zvg

Das neue Wohnprojekt in der Berger-Kaserne sorgt bei manchen Neusiedlern für Kopfschütteln: Aus der Kaserne wird jetzt nämlich ein Schloss. So manch einer ist beinahe ungläubig unter der neuen Werbetafel, die nun vor dem Gebäude aufgestellt wurde, stehen geblieben, um genau nachzulesen.

Stadthistoriker: Vermarktunsstrategie als „guter Gag“

Unter dem Motto „Königliches Wohnen“ sollen nun 104 Wohnungen auf einer Fläche von 7.900 Quadratmetern entstehen. „Schloss Neusiedl“ soll bis Ende Dezember 2018 bezugsfertig sein. Vermarktet und verkauft werden die Wohnungen von der ivv Immobilien Verkauf und Vermietungs GmbH mit Sitz in Wien. Erbaut wurde das Gebäude von 1853 bis 1856, 400.000 Gulden hat es damals gekostet und alle Bezirksgemeinden haben sich daran beteiligt.

Josef Schwöglhofer, Militärhistoriker des Stadtarchivs, hat sich in Band 1 der Neusiedler Jahrbücher mit der Geschichte der Garnison in Neusiedl am See beschäftigt (siehe unten) und diese bis zur Auflösung des letzten hier stationierten Regiments, dem Jägerbataillon XI, das am 31. März aufgelöst wurde.

Stadthistoriker Sepp Gmasz hält die neue Vermarktunsstrategie „für einen guten Gag“, führt aber aus: „Die Neusiedler Kaserne gehört mit der Martinskaserne in Eisenstadt zu den bedeutendsten Militärbauten des Burgenlands, wurden von Barockbaumeister Jakob Prandtauer errichtet und deren Baustil sich laut Bauatlas vom Schlossbau herleitet.“

Zum Thema:

Zuerst wurde die Kaserne nach Kaiser Franz Joseph benannt, die Inschrift des Gebäudes weist noch heute darauf hin. Dann wurde sie in Husarenkaserne umbenannt, nach dem Abzug der Russen (ab 1957) hieß sie kurz Montecuccoli-Kaserne, bis sie 1965 zum heutigen Namen Berger-Kaserne (nach Feldzeugmeister Johann Nepomuk Berger) kam.