Erstellt am 07. August 2013, 07:23

Das Leben ist keine Seifenoper. Pia Reiter über den harten Alltag in ländlicher Idylle.

Landschaften wie aus dem Bilderbuch, der Arbeitsalltag in der Landarztpraxis ein Kinderspiel, das Familienleben wird mit links geschupft – so weit die Serie „der Landarzt“, eine deutsche TV-Serie mit fast 300 Folgen, die sich auch bei uns großer Beliebtheit erfreut.

Die Wirklichkeit sieht anders aus: Die Landärzte bei uns im Bezirk haben ein Problem, es fehlt an willigen Nachfolgern. 52% der praktizierenden Allgemeinmediziner gehen in den nächsten zehn Jahren in Pension. Schon jetzt weiß man: Man wird nicht alle frei werdenden Stellen nachbesetzen können. Weil es nicht genug Interessenten dafür gibt.

Das Berufsziel Landarzt scheint für Mediziner an Attraktivität verloren zu haben. Keine geregelten Arbeitszeiten – weil auch Wochenend- und Bereitschaftsdienste sowie Notfälle dazugehören, große Verantwortung und wenig Zeit für die Familie: keine optimalen Arbeitsbedingungen. Mittlerweile hat man nicht einmal fürs Fernsehen jemand gefunden, der die „Praxis“ übernehmen wollte, die Serie wurde nach 27 Jahren eingestellt.