Erstellt am 21. März 2012, 00:00

Geschichte zum Anfassen. PIA REITER über eine Unterrichtsstunde, die bewegt und beeindruckt hat.

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Dass Unterricht mehr ist, als das Vermitteln des Lernstoffs aus einem Buch ist mittlerweile ja bis in die kleinste Dorfschule vorgedrungen. Es gibt sie die engagierten Pädagogen, die sich immer wieder etwas Neues einfallen lassen, um ihren Schülern Wissen „hautnah“ und zum Anfassen zu vermitteln.

So geschehen vor Kurzem in der römisch katholischen Klosterhauptschule Neusiedl am See. Direktor Wolfgang Borbely hatte in den vergangenen Tagen einen besonderen Gast: Eva Dutton, geborene Rosenfeld, wohnte in Neusiedl am See und besuchte die Schule in den dreißiger Jahren. Als Jüdin wurde sie zuerst in ein Konzentrations- und dann in ein Arbeitslager deportiert, kurz vor Kriegsende gelang ihr dann die Flucht.

Gespannt verfolgten die Schülerinnen die Ausführungen über ihr bewegtes Leben. Es war ein berührender Moment, als sich Eva Dutton auf einem Bild in der Schulchronik als Schülerin der 3. Klasse Volksschule wieder erkannte. Eine Unterrichtsstunde, die sicher mehr Eindruck bei den Schülerinnen hinterlassen hat, als das Lesen eines Buches. Das Leben selbst erteilt eben die härtesten und lehrreichsten Lektionen.

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p.reiter@bvz.at