Erstellt am 13. April 2016, 09:31

von Michael Pekovics

Der Lizenzentzug nützt niemandem. Michael Pekovics über den tiefen Fall der Güssing Knights und die wahren Leidtragenden.

Der Entzug der Lizenz der Güssing Knights durch die Basketball-Bundesliga nützt niemandem: Weder dem Masseverwalter und den Gläubigern, die keine Chance auf Rückzahlung ihrer Schulden haben, noch der Liga, die ein kräftiges Zugpferd verliert, und schon gar nicht dem Verein Güssing Knights, dessen Spielern und deren Fans.

Aber trotzdem hatte ABL-Präsident Karl Schweitzer keine andere Möglichkeit, als nach den Statuten zu handeln. Und in diesen steht nun mal, dass mit der Einleitung eines Insolvenzverfahrens die Lizenz zu entziehen ist. Die Liga, die im Grunde nur aus den Vereinen besteht, muss sich an ihre eigenen Regeln halten, diese wurden auch gemeinsam beschlossen.

Die anderen Mannschaften können schließlich nichts dafür, dass Güssing trotz fehlender Sponsorzahlungen seit längerer Zeit über seine finanziellen Verhältnisse gelebt hat. Bleibt nur zu hoffen, dass die Verantwortlichen rund um Reinhard Koch nach den Fehlern der Vergangenheit die richtigen (wirtschaftlichen) Schlüsse für die Zukunft ziehen.

Denn die Ritter haben bewiesen, dass sie ein Zugpferd in der Region und für die Region sein können. Auch wenn sie sich mit dem heurigen Pleitejahr viel vom einstigen Glanz genommen haben – eine sportliche Bereicherung waren sie immer.