Erstellt am 09. Juli 2014, 07:01

von Katharina Zedlacher-Fink

Müll vermeiden als Ziel!. Katharina Zedlacher-Fink über den erzieherischen Effekt von Gebühren.

Gebührenerhöhungen zählen wohl nicht zu den beliebtesten Maßnahmen, die Politiker beschließen und dann ihren Wählern kommunizieren müssen. In Neusiedl am See wurde nun die Müllgebühr um 22 Euro erhöht (siehe nebenstehender Artikel).

Ab nun können Neusiedler ihren gesamten Sperrmüll und andere Altstoffe mit dieser Einmalgebühr an der Müllsammelstelle entsorgen. Dadurch erhoffen sich die Verantwortlichen, weniger illegale Müllablagerungen in Neusiedl am See. Denn einige Neusiedler entsorgten, um nicht extra bezahlen zu müssen, ihren Müll bislang illegal entlang des Windschutzgürtels.

Dieses Argument ist natürlich aus ökologischer Sicht zutreffend, und wird in Zukunft hoffentlich zu weniger illegalen Mülldeponien auf dem Gemeindegebiet führen.

Müllgebühren im Gießkannenprinzip auf alle Gemeindebürger aufzuteilen, hat aber einen anderen „ökologischen“ Haken. Wenn man entsorgen darf, soviel man will, fehlt der erzieherische Effekt in puncto Müllervermeidung. Denn neben richtiger Entsorgung sollte eigentlich in erster Linie Müllvermeidung das Ziel sein.