Erstellt am 30. April 2014, 11:59

von Paul Haider

Kommt Volksbefragung?. Kittsee / Nach offenem Tisch, wo Emotionen hochgingen, steht nun Volksbefragung zum Thema im Raum.

Diskussionsrunde. Gerald Kögl, Claudia Peschl-Wachta, Gabriele Nabinger, Peter Adam, Franz Buchta und Helmut Wallmann. Foto: Stöger  |  NOEN, Stöger
Seit Kurzem ist der neue Kindergarten in Kittsee fertiggestellt, Kinder und Pädagogen ziehen um. Doch die Frage, was mit den alten Gebäuden, die direkt vor dem Neubau stehen, geschehen soll, ist nach wie vor ungeklärt. Mittlerweile wurden Unterschriftenlisten für und gegen den Erhalt der alten Volksschule und des Kindergartens gesammelt, Kittsee ist zwiegespalten.

Direktorin betonte identitätsstiftende Bedeutung

Um ein wenig mehr Klarheit zu schaffen, fand am vergangenen Donnerstag ein offener Tisch zu dem Thema im Gasthaus Leban statt. Abriss-Gegner und Befürworter hatten die Chance, ihre Argumente vorzubringen, zudem wurden einige Experten eingeladen.

Die Vize-Direktorin des Volkskundemuseums Claudia Peschel-Wacha betonte die identitätsstiftende Bedeutung der historischen Gebäude und machte sich für einen Erhalt stark.

Gerald Kögl vom Referat Schulen- und Kindergartenbetreuungswesen des Landes Burgenland erklärte, dass für die bewilligte Kinderzahl von 205 in der jetzigen Situation zu wenig Freifläche vorhanden wäre. Konkret fehlen circa 240 Quadratmater.

Freifläche: 240 Quadratmeter fehlen

Würden die alten Gebäude bestehen bleiben, müsste zusätzliche Freifläche erschlossen, eine Sondergenehmigung vom Land erfolgen, oder die Kinderzahl beschränkt werden.

Bürgermeisterin Gabriele Nabinger bezifferte die Kosten für eine Renovierung der Gebäude mit etwa zwei Millionen Euro, legte sich aber weder auf Abriss oder Erhalt fest: „Ich bin für alles offen“, so Nabinger. Vizebürgermeister Franz Buchta hingegen sprach sich für den Abriss der alten Volksschule aus, um Freiflächen für den neuen Kindergarten zu schaffen.

Als Ergebnis der Diskussion am offenen Tisch steht nun eine Volksbefragung im Raum. Gabriele Nabinger dazu: „Ich könnte mir eine Volksbefragung vorstellen. Eine Entscheidung darüber kann aber nur der Gemeinderat fällen. Unsere nächste Gemeinderatssitzung ist am 7. Mai, da werden wir eine Entscheidung über eine Volksbefragung treffen.“

Ein Nachteil der Volksbefragung würde sich allerdings durch die gesetzlich verpflichtete Vorlaufzeit von mindestens drei Monaten ergeben. Eine endgültige Entscheidung über Abriss oder Erhalt der Gebäude würde sich dadurch nochmals verzögern.