Erstellt am 18. November 2015, 05:13

von Katharina Zedlacher-Fink

Krankenhaus sucht dringend Ärzte. Durch die Verkürzung der Turnus-Ausbildung und durch das neue Arbeitszeitgesetz werden mehr Ärzte in Spitälern benötigt.

Mehr Ärzte werden benötigt. Durch das neue Arbeitsgesetz dürfen Spitalsärzte um rund ein Viertel weniger arbeiten als zuvor. Foto: shutterbox.com  |  NOEN, shutterbox.com

„Wir suchen so gut wie immer Ärzte, und es gibt österreichweit auf allen Ebenen vom Turnus- bis zum Facharzt wenig Bewerbungen“, sagt Luc Bastian, Primar am Krankenhaus Kittsee. Aktuell werden ein Facharzt für die interne Abteilung, ein Facharzt und ein Assistenzarzt für Anästhesie und Intensivmedizin gesucht.

Bastian: „Für kleinere Spitäler problematisch“

x  |  NOEN, BVZ
Den Grund für den vorherrschenden Ärztemangel ortet Bastian in zwei grundlegenden Änderungen, die fast gleichzeitig eingetreten sind. Zum einen ist es das neue Ärztearbeitsgesetz, das vermehrt Ruhezeiten und Ruhetage vorschreibt.

„Wir brauchen hier schon mehr Personal, weil die angestammten Ärzte durch das neue Arbeitszeitgesetz rund um ein Viertel weniger verfügbar sind.“

Die zweite große Änderung betrifft die Turnusärzte, deren Ausbildung verändert wurde. So dauerte früher die Turnusausbildung drei Jahre, in denen die Jungmediziner in der drei Jahre lang andauernden Ausbildung im Spital gearbeitet haben. Heute sind Turnusärzte nur mehr vier Monate in der Chirurgie und fünf Monate in der internen Abteilung im Spital beschäftigt.

Ärzte haben wenig Zeit für Weiterbildung

„Die Änderung in der Turnusausbildung ist besonders für kleinere Spitäler wie Kittsee ein großes Problem“, meint der Kittseer Primar.

Die neue Turnusausbildung ist seit 1. Jänner 2015 in Kraft, noch gibt es Mediziner, die im alten Ausbildungssystem beschäftigt sind. „Besonders problematisch wird es dann nächstes Jahr“, meint Bastian.

Für die Spitalsärzte selbst, egal ob jung oder alt, bedeuten die Änderungen besonders in der Weiter- und Fortbildung Einbußen. Sind weniger Ärzte beschäftigt, wird es immer schwieriger Zeit für Fortbildungsmaßnahmen freizuschaufeln, weil die Mediziner im Spital benötigt werden. Und letztlich sind die Patienten die Leidtragenden. „Wenn es so weitergeht, bleiben die Patienten auf der Strecke“, meint der Kittseer Primar abschließend.