Parndorf

Erstellt am 10. Januar 2018, 05:57

von Paul Haider

Explosion! Bei Baumschnitt ging Patrone hoch. Bei Baumschnittarbeiten in Parndorf wurde ein Geschoss entzündet, das in einem Stamm steckte. Niemand wurde dabei verletzt.

Zerfetzt. Die Überreste des explodierten Projektils wurden als Leuchtspurgeschoss aus einem Maschinengewehr identifiziert.  |  zVg/Zalefski

Die Spuren des Zweiten Weltkrieges sind im Bezirk noch allgegenwärtig. Immer wieder werden Granaten und andere Kriegsrelikte gefunden.

Meist sind diese nicht mehr scharf, in Parndorf wurde am Donnerstag der Vorwoche allerdings ein „explosiver“ Fund gemacht. Bauhofmitarbeiter führten Baumschnittarbeiten durch, als plötzlich ein Leuchtspurgeschoss hochging, das offenbar seit über 70 Jahren in einem Baumstamm gesteckt war.

Funktionstüchtig. Die Motorsäge hat die Explosion „überlebt“ – nur das Schwert musste getauscht werden.  |  zVg/Zalefski

Johannes Meszar vom Bauhof Parndorf schilderte gegenüber der BVZ den gefährlichen Zwischenfall: „Wir wurden beauftragt, zwei Bäume aufgrund einer Vermorschung zu roden. Im Zuge der Arbeiten ist ein Mitarbeiter mit der Motorsäge auf ein Projektil gestoßen, das mitten im Stamm war. Bei der Bearbeitung durch die Motorsäge dürfte die richtige Temperatur erreicht worden sein und das Ganze ist explodiert.“

Es gab einen lauten Knall, verletzt wurde dabei glücklicherweise niemand, lediglich das Schwert der Motorsäge musste getauscht werden. Den Entminungsdienst anzufordern sei nicht mehr nötig gewesen, weil das Projektil ja schon explodiert war, erklärt Johannes Meszar: „Abgesehen vom großen Staunen bei den Mitarbeitern hat sich die Sache damit erledigt gehabt.“

Der Bauhof-Leiter erklärt im BVZ-Gespräch weiters, dass er in seiner Kindheit öfters solche Kriegsrelikte gefunden habe. Daher konnte er das Projektil auch identifizieren: „Das dürfte ein Überbleibsel der deutschen Wehrmacht sein, und zwar ein Leuchtspurgeschoss von einem MG 42.“