Erstellt am 19. März 2014, 08:28

von Katharina Zedlacher-Fink und Pia Reiter

Leiberl-Pflicht für Kiter. Podersdorf am See / Zur Identifizierung müssen Kitesurfer nun bunte Trikots mit Nummern tragen. Die Polizei wird Einhaltung kontrollieren, Kiter reagieren kritisch und wollen mehr Platz.

Forderung. Kiter wollen fixe Schwimmzonen, die deutlich gekennzeichnet sind. Reiter  |  NOEN
Von Katharina Zedlacher-Fink und Pia Reiter

Neue Trikots in neun verschiedenen Farben und mit Nummern sind ab sofort Pflicht für Kitesurfer in Podersdorf am See. „Um das sichere Miteinander zwischen den Kitesurfern und anderen Badeteilnehmern zu regeln“, erklärte Tourismuslandesrätin Michaela Resetar (ÖVP) bei einer Pressekonferenz in Podersdorf am Montag.

Vermehrt Beschwerden und Unfälle mit Kitern 

Nachdem es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Beschwerden und Unfällen mit Kitern gekommen war, hatten die für Verkehrsrecht zuständige Abteilung 5 zusammen mit der Gemeinde Podersdorf, dem Tourismusverband Podersdorf, der Polizei und den Kitesurfschulen eine Verkehrssicherheitsaktion erarbeitet.

Diese sieht folgendermaßen aus: Kiter müssen sich ein Trikot (40 Euro Kaution sind zu entrichten) mit einer Nummer beschaffen und gleichzeitig ihren Namen, Geburtsdatum und Adresse angeben. Die Trikots gibt es in neun verschiedenen Farben und sind mit Nummern versehen. Wenn die Polizei ein Vergehen gegen die Kite-Surf-Verordnung feststellt, kann sie dadurch leichter die Identität des Kiters feststellen.

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Nur Polizei und Gemeinde haben Zugang zu den persönlichen Daten der Kiter. Im Vorjahr gab es fünf Unfälle Kite-Unfälle in Podersdorf, mit zum Teil schweren Verletzungen. Denn Kitesurf-Profis erreichen mit ihren Schirmen schon bei niedrigen Windstärken sehr hohe Geschwindigkeiten. Sprünge mit mehr als zehn Meter Höhe und 100 Meter Weite sind möglich.

„Wir wollen mit der neuen Regelung für Sicherheit sorgen und gewährleisten, dass Badegäste nicht gefährdet sind“, so Bürgermeister Andreas Steiner. Bis August gilt eine Übergangsfrist für Kiter, danach müssen sie bei Nichteinhalten der Regelung auch mit Strafen rechnen.

Kiter sehen neue Regelung kritisch

Hört man sich unter den Kitern um, die dem Wassersport regelmäßig in Podersdorf am See ausüben, so sind nicht alle von der präsentierten Lösung begeistert: Der Platz-Mangel bleibe ein Sicherheitsproblem und lasse sich auch durch Leiberl nicht lösen, so der Tenor.

Für Tom Böhm, Besitzer einer Kite-Schule ist die Leiberl-Pflicht nur ein Teil der Lösung: „Es müssen auch viele andere Sachen gemacht werden, die wichtig sind, wie eine neue Einteilung der Strandzonen, um eine Entspannung für das Problem zu bringen.“

Hotelier Andreas Karner („Seewirt“) ist selbst Kiter und meint: „Ich finde die Kennzeichnung wird vor allem in jenen Situationen Wirkung zeigen, die die Regelung sozusagen verursacht haben. Mit einer ‚Nummertafel‘ wird man sich eher rücksichtsvoll verhalten. Die Zonen am Strand und im Wasser gehören meiner Meinung nach dringend neu eingeteilt und im Sinne des Wassersports erweitert, denn durch die stark gestiegene Anzahl an Kitern sind die Zonen zur Ein- und Ausfahrt und der ausgewiesene Platz nicht ausreichend.“