Erstellt am 30. Juli 2014, 10:53

von Pia Reiter

Stadt-Wirte ärgert Kennzeichnungspflicht. Über Speisen oder Zutaten, die Allergien auslösen, muss ab Dezember informiert werden, hoher Aufwand befürchtet.

Kritisch. Jörg Gebauer Jörg’s Restaurant) glaubt, dass die ab Dezember geltende EU-Verordnung für Kleinbetriebe nicht wirklich gesetzeskonform durchzuführen ist.  |  NOEN
Neusiedls Wirte zeigen sich alles andere als erfreut, wenn es um die verpflichtende Kennzeichnung ihrer Speisen geht, die laut EU-Lebensmittelverordnung ab 13. Dezember in Kraft tritt.

Nun müssen auch die Mitarbeiter geschult werden

Darin wird die genaue Auflistung der in den Speisen enthaltenen Zutaten gefordert. Die Wirte können ihre Gäste entweder schriftlich, also mittels Speisekarte, oder mündlich im persönlichen Gespräch informieren.

Das war zuerst nicht so vorgesehen, erklärt Franz Perner, Spartenobmann der Wirtschaftskammer Burgenland: „Viele, die frisch kochen, befürchten nun einen wahnsinnigen bürokratischen Aufwand. Wir haben uns dafür eingesetzt, dass die Weitergabe auch mündlich und nicht nur schriftlich erfolgen kann. Die gastgewerblichen Unternehmer sind sich ihrer Verantwortung gegenüber Gästen mit Lebensmittelallergien schon länger bewusst. Auch ohne Allergeninformationsverordnung sind sie bei Nachfrage auf den Gast eingegangen.“

Nun müssen auch die Mitarbeiter geschult werden, damit diese kompetent Auskunft über allergene Zutaten geben können, heißt es aus der Wirtschaftskammer. Außerdem sollen Unterlagen für die Betriebe erstellt werden, mit denen einfach gearbeitet werden kann.

„Jetzt werden sich viele einfach darauf verlassen“

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Jörg Gebauer, der am Neusiedler Hauptplatz sein Restaurant betreibt, sieht die Kennzeichnungspflicht kritisch: „Wir haben viele Gäste mit Allergien, bis jetzt hat das immer gut funktioniert, weil die Leute sowieso nachfragen. Jetzt werden sich viele einfach darauf verlassen, was in der Speisekarte steht. Und wie ich das beim Mittagsbuffet, das ist noch ein großes Fragezeichen.“

Andreas Krausner vom Café Bistro meint: „Uns betrifft die neue Regelung eher wenig, da wir nicht selbst produzieren und unsere Produkte geliefert bekommen. Den kleinen Betrieben wird das Leben schwer gemacht und die Vielfalt an Produkten in der Gastronomie wird wahrscheinlich darunter leiden. Es wird wohl vermehrt zu Fertigprodukten gegriffen werden.“