Erstellt am 27. Juli 2011, 00:00

Mehr Komfort auf Schiene. BAHNVERKEHR / Die Neusiedler Seebahn wird modernisiert. Die Züge können damit bis zu 40 km/h schneller fahren und erreichen dreieinhalb Minuten Zeitersparnis.

Fast 700 Meter lang ist die größte Gleisverlegemaschine Europas samt Waggons. Derzeit ist sie auf der Bahnstrecke zwischen St. Andrä am Zicksee und Wallern im Burgenland im Einsatz. ZVG  |  NOEN
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WALLERN / Welcher Pendler würde sich nicht freuen, wenn er sich im Morgenverkehr auf dem Weg zur Arbeit ein paar Minuten ersparen könnte? Die Neusiedler See Bahn bereitet ihre Infrastruktur im Augenblick auf einen effizienteren Zugsverkehr vor. Dreieinhalb Minuten Zeitersparnis kann es nach der Modernisierung der Schienen geben, betont Csaba Szekely von der Raaber Bahn.

Die größte Gleisverlegemaschine Europas ist momentan auf der Strecke zwischen St. Andrä am Zicksee und Wallern im Burgenland im Einsatz. Mit dieser Maschine wird der Unterbau modernisiert, erklärt Szekely. Schotter werde erneuert und der Holzunterbau werde gegen einen widerstandsfähigeren Betonunterbau getauscht. Im August folgt der Streckenabschnitt zwischen Gols und Bad Neusiedl am See.

Mit dieser 6,9 Millionen-Investition werden die ersten Voraussetzungen geschaffen, um die beiden Abschnitte schneller passieren zu können. Derzeit erreichen wir höchstens 80 km/h. Der neue Unterbau ermöglicht in Zukunft eine Geschwindigkeit von 120 km/h, verdeutlicht Szekely. Bis die Züge dieses Tempo auch tatsächlich erreichen werden, wird es aber noch einige Zeit dauern. Dafür seien nämlich weitere Investitionen in die Sicherung von sechs Kreuzungen notwendig.

Immer mehr Fahrgäste  nutzen Neusiedler Seebahn

Im Zeitraum von 2010 bis 2014 werden insgesamt 14 Millionen Euro in die Modernisierung der Neusiedler Seebahn investiert. Jeweils ein Drittel kommt von Land, Bund und EU. 634.000 Fahrgäste pro Jahr sprechen für sich. Damit sind die hohen Investitionen zu rechtfertigen, betont Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ). Gerüchte über die Einstellung der Bahn, die vor mehreren Jahren immer wieder im Land kursierten, seien längst vom Tisch. Der Anteil des öffentlichen Verkehrs im Vergleich zu anderen Regionen ist überdurchschnittlich hoch. In den letzten Monaten konnten bei den Fahrgastzahlen sogar Zuwächse bis zu 20 Prozent registriert werden, sagt Szekely.