Erstellt am 21. Dezember 2011, 00:00

Menschliches Versagen nicht einzige Ursache. ZUGSUNGLÜCK / Der Kollision zweier Züge ging ein Schienenbruch voraus, weshalb nur ein eingleisiger Betrieb möglich war.

Die beiden Regionalzüge waren aus dem Gleis gesprungen.  |  NOEN
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VON HEINZ BIDNER

BRUCKNEUDORF / Neuigkeiten hinsichtlich der Unfallursache gibt es bezüglich der Kollision zweier ÖBB-Personenzüge mit drei Leichtverletzten, die sich am 11. Dezember gegen 17 Uhr beim Bahnhof Bruckneudorf ereignet hatte.

Wie die ÖBB letzte Woche bekannt gaben, sei der Unfall auf menschliches Versagen zurückzuführen. Einer der beiden Lokführer habe ein Signal übersehen. Der Bedienstete habe zwar noch eine Schnellbremsung eingeleitet – allerdings zu spät.

Lokführer war auf dem  Gegengleis unterwegs

Wie Bahninsider berichten, soll das aber nur ein Teil der Unfallhintergründe sein. Demnach soll am besagten Unfalltag schon am frühen Nachmittag ein Schienenbruch an einem Weichenkreuz registriert worden sein. Die Folge: Der Streckenabschnitt zwischen Parndorf und Bruck war ab etwa 14 Uhr nur mehr eingleisig befahrbar. Die Sicherungsanlage konnte damit nicht vollständig genutzt werden. So musste einer der beim Unfall involvierten Lokführer am Gegengleis fahren. Beim Wechsel auf das reguläre Gleis beim Bahnhof Bruck krachte es schließlich, da der Lokführer offensichtlich ein Signal übersehen hatte.

ÖBB-Sprecher Christopher Seif bestätigt nun den Schienenschaden, der im Rahmen der Sanierungsarbeiten mittlerweile behoben sei. „Diese Gleissperre ab 14 Uhr hängt aber nicht ursächlich mit dem Unfall zusammen“, sagt Seif. Denn Änderungen im betrieblichen Ablauf würden immer wieder auftreten und Lokführer wären damit grundsätzlich vertraut.

Die Schadenssumme stehe noch nicht fest, so Seif am Wochenende. Hinsichtlich der Dimension sei aber mit einem „sechstelligen Betrag“ zu rechnen.