Erstellt am 06. April 2016, 09:54

von Pia Reiter

Mietwohnung im Trend. Experten diskutierten die aktuellen Entwicklungen im Bezirk. Wohnungen zur Miete in Neusiedl und Parndorf gefragt.

Informiert. Immobilien-Expertin Roswitha Knebelreiter kennt die Marktlage im Bezirk.  |  NOEN, zVg

Immobilen-Expertin Roswitha Knebelreiter und Steuerberater Markus Münzenrieder hatten zum Vortragsabend über die Marktentwicklung des Immobilienmarktes im Bezirk geladen. Knebelreiter beleuchtete die aktuelle Situation am Immobiliensektor in Österreich, im Burgenland und speziell im Bezirk Neusiedl am See. So wechselten im Jahr 2015 im Bezirk laut Grundbuch 1.088 Immobilien die Besitzer.

Davon waren 109 Eigentumswohnungen. „Das waren um 127,1 Prozent mehr als 2014. Der Durchschnittpreis pro Wohnung lag bei 116.037 Euro. Vor allem bei Anlegern sind Eigentumswohnungen sehr gefragt“, meint Knebelreiter. Sie sieht aber vor allem einen Trend hin zu Mietwohnungen, die vor allem bei jungen Familien hoch im Kurs stehen. Hier sind Objekte in Neusiedl am See und Parndorf am begehrtesten.

"Anzahl der Verkäufe ist um 13,5 Prozent gestiegen"

Speziell Grundstücke sind derzeit aber wenige am Markt, weil laut Experten durch die neue Steuer vor allem die Verkäufer zur Kasse gebeten werden. „Allgemein ist der Immobilien-Wert der Verkäufe in Neusiedl am See um 23,5 Prozent gesunken, das heißt, es wurden weniger sehr hochpreisige Immobilien im vergangenen Jahr verkauft, denn die Anzahl der Verkäufe ist um 13,5 Prozent gestiegen“, erklärt Knebelreiter die Marktlage. Vor allem in der Stadt Neusiedl am See und den Seegemeinden gäbe es höhere Kaufpreise.

„Die jüngsten Änderungen bei der Grunderwerbssteuer und der Immobilien-Ertragssteuer und den Abschreibungen und die steuerliche Neuregelung von Schenkung oder Erbschaften mit Immobilien waren neben der Marktentwicklung wohl die spannendsten Themen des Abends“, resümieren Knebelreiter und Münzenrieder.


Zum Thema

Auswirkungen der Steuerreform seit dem Inkrafttreten mit 1. Jänner 2016: Seither gelten die Änderungen bei der Grunderwerbssteuer und der Immobilien-Ertragssteuer, die von 25 auf 30 Prozent erhöht wurde.

  • Bei der Grunderwerbssteuer wurde die Berechnungsbasis vom dreifachen Einheitswert zum Verkehrswert umgestellt, damit ist laut Steuerberater Markus Münzenrieder eine teilweise steuerliche Verbilligung für Objekte unter 250.000 Euro erfolgt.

  • Für Objekte mit einem höheren Verkehrswert wurde es im Gegenzug teilweise teurer.

  • Im Einzelfall, je nachdem wie hoch der konkrete Einheitswert und der konkrete Verkehrswert der Liegenschaft sind, kann sich das unterschiedlich auswirken und muss individuell durchgerechnet werden.