Erstellt am 20. August 2014, 10:38

von Pia Reiter

Weniger Ertrag bei Lese. Die Weinlese im Seewinkel hat bereits begonnen, Winzer rechnen mit weniger Ertrag, Traubenpreis ähnlich wie 2013.

Lese für Frühsorten. Winzer Julius Steiner erntet seit vergangener Woche bereits die Bouvier-Trauben für den Jungwein.  |  NOEN, privat

In den Gemeinden Podersdorf am See und Illmitz hat in der Vorwoche bereits die Lese der frühen Rebsorten begonnen. Im Seewinkel können fast jedes Jahr die Frühsorten Bouvier, Müller Thurgau, Silvaner oder Neuburger für Jungweine, Most oder Sturm bereits Ende Juli/Anfang August gelesen werden.

„Für die Qualität wäre jetzt noch eine trockene Phase nötig“

„Sandige, schotterreiche Böden und gute Lagen begünstigen durch das warme Klima, eine frühe Reife“, weiß Patricia Steiner vom Winzerhof Julius Steiner. Die Bouvier-Trauben für den heurigen Jungwein wurden mit 16 Grad KMW (Klosterneuburger Mostwaage) geerntet.

Auch die Sorte Müller-Thurgau wird bereits gelesen, bestätigt der Illmitzer Weinbauernvereinsobmann Michael Nekowitsch: „Mit den Trauben wird vor allem Sturm und Jungwein produziert. Für die Qualität der Trauben wäre jetzt noch eine trockene Phase, nach dem vielen Regen nötig.“ Das bekräftigt auch sein Podersdorfer Kollege Martin Steiner: „Wir hoffen auf Sonne, Regen hatten wir jetzt genug.

„Ich rechne mit zwanzig Prozent minus“

„Auch Pilzinfektionen bei einigen Sorten hätten den Winzern heuer sehr zu schaffen gemacht, so Nekowitsch. Die heurige Lese, die 14 Tage früher als im Vorjahr gestartet ist, bringt laut dem Weinbauvereinsobmann weniger Ertrag für die Winzer: „Ich rechne mit zwanzig Prozent minus.“

In den nächsten Wochen werden die ersten Sauvignon Blanc, Muskat Ottonell oder Grüne Veltliner in die Weinkeller gebracht. Die Burgundersorten werden auf jeden Fall noch bis Mitte September an den Rebstöcken bleiben. Auch Nekowitsch meint: „Die Haupternte wird in circa vier Wochen starten.“

Auch bei den Genossenschaften herrscht bereits reger Betrieb, ebenso wie bei der Burgenland Kellerei in Illmitz, die von den Weinbauern die Trauben zur weiteren Verarbeitung übernimmt. „Derzeit kommen bei uns 60.000 bis 90.000 kg Trauben pro Tag rein, bei der Haupternte sind es 140.000 kg pro Tag. Wir sind heuer mit demselben Preis gestartet wie im Vorjahr“, sagt Franz Zehentner.