Gols

Erstellt am 06. Dezember 2017, 12:24

von APA Red

Villa Mia: Keine externe Evaluierung der Fachabteilung.

Norbert Darabos  |  Michael Pekovics

In der Causa um die angeblichen Missbrauchsfälle in einer sozialpädagogischen Wohngemeinschaft im Bezirk Neusiedl am See wird es keine externe Evaluierung der Sozialabteilung geben. Das stehe so nicht an, man werde aber diesen Fall überprüfen, meinte Soziallandesrat Norbert Darabos (SPÖ) am Mittwoch in einer Anfragebeantwortung im Burgenländischen Landtag.

Vorgangsweise der Volksanwaltschaft sei "etwas schlecht" gewesen

Darabos hinterfragte dabei auch die Vorgangsweise der Volksanwaltschaft in der Causa. Diese sei "etwas schlecht" gewesen und habe nicht dazu beigetragen, den Fall aufzuklären oder zu kalmieren. Vielmehr würden nun Kinder verdächtigt, welche mit dem Ganzen nichts zu tun hätten. "Man hätte diese Geschichte, aus meiner Sicht, vonseiten der Volksanwaltschaft anders lösen müssen", sagte der Landesrat.

Laut Darabos sei das Amt der Landesregierung im Vorjahr informiert worden, dass es zu einer "Grenzverletzung" durch einen Jugendlichen gekommen sein soll. Der Vorfall habe allerdings nicht verifiziert werden können.

"Weder die jährliche Kontrolle der Fachaufsicht, noch die Kontrolle der Volksanwaltschaft selbst, haben damals, im Jahre 2016, Hinweise auf sexuelle Übergriffe erkennen lassen", erklärte der Landesrat. Es sei daher von einem "unbestätigten Einzelfall" auszugehen. Aus jetziger Sicht hätten die Abteilungen des Landes richtig gehandelt.

Er selbst sei im Herbst des heurigen Jahres über die Vorfälle informiert worden. Ihm sei am 19. Oktober per E-Mail durch die Fachabteilung mitgeteilt worden, dass es einen Anlassfall gebe.

Die Fachaufsicht der Sozialabteilung habe keine systematische Verfehlung in einem Ausmaß feststellen können, die eine Schließung der Einrichtung gerechtfertigt hätte, so Darabos. Daher habe es eine Besprechung mit den fallführenden Bezirkshauptmannschaften und der betroffenen Einrichtung gegeben.

Diese habe ergeben, dass die Bezirkshauptmannschaften aufgrund des Vertrauensverlustes sämtliche Kinder sukzessive in anderen Einrichtungen unterbringen möchten. Seitens der Fachaufsicht habe es zudem den Wunsch gegeben, den Gefährder zu verlegen, um die anderen Kinder zu schützen.