Erstellt am 30. Mai 2012, 00:00

Misthaufen ärgert Eltern. HINTER KINDERGARTEN /  Eltern fordern den Bürgermeister auf, seinen Strohmisthaufen in unmittelbarer Grenze zum Kinderspielplatz schnellstens wegzuräumen.

Der Stein des Anstoßes: Der Strohnisthaufen hinter dem Spielplatz des Joiser Kindergartens.  |  NOEN, ZVG

JOIS / Ein Miststrohhaufen auf einem unmittelbar dem Kindergarten angrenzenden Grundstück sorgt in der Gemeinde für Aufregung bei einigen Eltern. In einem Brief an den Bürgermeister Leo Steinwandtner, der das Grundstück gepachtet hat, sprechen die Eltern von einer „massiven Geruchs- und Fliegenbelästigung“. Martin Wetschka, ehemals VP- Vizebürgermeister, gehört zu den betroffenen Eltern: „Es macht kein schönes Bild, wenn gerade der Bürgermeister seinen Rinderstrohmist hinter dem Kindergarten lagert“. Während der heißen Tage um den 1. Mai sei die Geruchsbelästigung enorm gewesen. Die fünf Eltern appellieren nun an den Bürgermeister: Zum Wohle der Kinder, solle der Misthaufen schnellst möglich entfernt werden.

Leonhard Steinwandtner hat das Grundstück, das als Grünland gewidmet ist, nach eigenen Angaben bereits seit Jahrzehnten gepachtet. Er betont, dass er hauptsächlich Stroh dort lagere, das nur gering mit Rindermist durchmischt sei. „Der Haufen stinkt nicht. Das Stroh soll nach der Weinlese im Weingarten aufgebracht werden.“

„Wir leben in einer  Bauerngemeinde“

Ein Joiser Bauer (Name der Redaktion bekannt) stellt sich in diesem Fall hinter den Bürgermeister. „Wir leben am Land, in einer Bauerngemeinde“, sagt er, „da muss es möglich sein, einen Strohhaufen auf einem Grünland abzulegen.“ Er habe sich auch selbst davon überzeugt, dass der Haufen nicht stinke. „Da könnte man sich auch über das Spritzmittel, das in den umliegenden Weingärten beim Kindergarten verwendet wird, Gedanken machen. Weht während dem Spritzen ein Wind, triftet das Spritzmaterial bis zu 20 Metern seitlich weg.“

Für Bürgermeister Steinwandtner ist es unverständlich, dass sich gerade „ein Bio-Bauer, wie Martin Wetschka über einen Strohhaufen ärgert“.

Pikantes Detail am Rande: Laut Anrainerin Alexandra Denk liegt der Strohmist des Bürgermeisters bis zu zwei Drittel auf ihrem Grundstück. Sie habe den Anwalt bereits eingeschaltet und überlege eine Räumungsklage, möchte das Grundstück, aber noch einmal selbst ausmessen.

Für Steinwandtner ist klar, dass das Stroh auf dem von ihm gepachteten Grundstück gelagert ist.