Erstellt am 15. Juni 2016, 10:29

von Birgit Böhm-Ritter

Mit der Bahn zum Flughafen. Die ÖBB präsentiert neue Pläne für eine direkte Anbindung des Bezirkes zum Flughafen Wien-Schwechat. Das ursprünglich geplante Projekt &"Götzendorfer Spange" ist vom Tisch.

 |  NOEN, ÖBB/Deopito

Mit der Bahn zum Flughafen - nicht nur Reisende träumen davon, sondern vor allem Pendler, die am Flughafen beschäftigt sind. Seit Jahren ist eine Bahn-Anbindung der Ostregion durch die „Götzendorfer Spange“ im Gespräch. Nun hat die ÖBB neue Pläne präsentiert.

Die sogenannte „Flughafenspange“ soll für eine optimale Verbindung im Osten Österreichs sorgen. Wie die Bahntrasse verlaufen wird, ist noch nicht fixiert. Das Projekt soll sich über die Regionen im Osten von Niederösterreich (Bezirk Wien Umgebung und Bruck an der Leitha) und dem Nordburgenland (Bezirk Neusiedl am See) strecken.

"Stehen noch am Anfang der Planung"

„Zum derzeitigen Projektstatus können die Gemeinden noch nicht konkret genannt werden, die an der zukünftigen Bahntrasse liegen werden, da wir von einer Trasse noch weit entfernt sind. Das Projekt steht ganz am Anfang der Planungen“, sagt ÖBB-Sprecher Christopher Seif auf Anfrage der BVZ.

Derzeit werde eine strategische Prüfung im Verkehrswesen durchgeführt, bevor in enger Abstimmung mit den Ländern und Gemeinden ein Bürgerbeteiligungsverfahren zur Trassenauswahl gestartet werden könne. „Im Rahmen dieser Verfahren werden Land, Gemeinden und Bevölkerung eingebunden. Jeder kann seine Wünsche und Bedenken äußern“, so Seif. Die ÖBB setze heute bei Projektplanungen auf Transparenz.

„Götzendorfer Spange“ ad acta gelegt

Bereits seit der Jahrtausendwende gibt es seitens der ÖBB-Infrastruktur Bemühungen ein attraktiveres Schienenangebot in den Osten Richtung Budapest und Bratislava zu ermöglichen und den Flughafen Wien in die Hochleistungsnetze einzubinden. 2008 wurden das Projekt „Götzendorfer Spange“ in den betroffenen Gemeinden präsentiert.

Dieses wurde nun aber ad acta gelegt und soll durch das Projekt „Flughafenspange“ ersetzt werden. „Die Rahmenbedingungen haben sich geändert. Wir sind von dem Gedanken abgekommen eine Nord-Süd-Verbindung zu bauen. Was wir brauchen, ist eine Ost-West-Verbindung, die die Ostbahn entlasten kann. Deren internationale Bedeutung und damit auch ihre Auslastung hat in den letzten Jahren stark zugenommen“, erklärt Seif den Richtungswechsel.

Die Flughafenspange soll in zwei Abschnitten umgesetzt werden. Im ersten Schritt wird die Bahnlinie vom Flughafen nach Bruck/Leitha führen. Im zweiten Schritt erfolgt die internationale Verbindung Richtung Ungarn und in die Slowakei. Die Realisierung liegt bei einem Infrastrukturprojekt dieser Größe bei rund 20 Jahren.