Erstellt am 13. Juli 2011, 00:00

Monarchie trifft Römer. AUSGRABUNGEN / Bei Bauarbeiten für ein Umspannwerk wurden Überreste aus dem 1. Weltkrieg und der Römerzeit entdeckt.

Arbeiten abgeschlossen. Kurt Fiebig und Iris Eckkrammer-Horvath packen die Fundstücke zusammen und dokumentieren die Ergebnisse.  |  NOEN
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ZURNDORF / Derzeit errichtet die Bewag außerhalb von Zurndorf ein neues Umspannwerk, bei seiner Fertigstellung das größte und leistungsstärkste im Burgenland. Gestartet wurde mit den Bauarbeiten im Winter, noch heuer soll das Werk in Betrieb gehen. Die Bewag steht, laut Bewag-Netz Geschäftsführer Peter Sinowatz, vor der Herausforderung die Voraussetzungen für die neuen Windparks zu schaffen. Trotz dem Auffinden von archäologischen Relikten ist es gelungen, Terminpläne und Projektkosten einzuhalten, erklärt Sinowatz. Archäologen vom Landesmuseum in Eisenstadt haben 70.000 Quadratmeter mittels moderner Technik untersucht. Mittels Flächenscan vom Flugzeug aus, war es möglich, die Funde aus der Luft zu erkennen. Finanziert hat die Ausgrabungen und Untersuchungen die Bewag. Das ist kein billiges Verfahren. Aber mit dem Airborne Laserscan konnten wir auf der Baustelle der Bewag eine Übungsanlage der k.u.k. Infanterie während des 1. Weltkriegs lokalisieren, wo auch scharfe Geschütze abgefeuert wurden, sagt Kurt Fiebig vom Landesmuseum Eisenstadt. Außerdem wurden auf dem gegenüberliegenden Grundstück die Überreste eines römischen Guthofs entdeckt. Ein über ein Kilometer langes Grabensystem läuft auf die Villa zu. Die Experten gehen davon aus, dass die Gräben dazu dienten, um die Tiere zu tränken und die Felder des Gutshofs zu bewässern. In den Gräben wurden sogenannte Schuhnägel gefunden. Das ist typisch römisch, weiß Fiebig. Außerdem wurden Scherben einer römischen Reibschale entdeckt, die zur Essenszubereitung diente. In Zurndorf sind die Untersuchungen der Archäologen abgeschlossen. Die Funde wurden aufgenommen, werden nun weiter untersucht. Dann werden die Ergebnisse dokumentiert. Es gibt Aufzeichnungen, wonach bereits in den fünfziger Jahren römische Scherben im Bereich der Villa aufgesammelt wurden. Dennoch wird die Villa nicht weiter untersucht. Sie befindet sich auf Privatgrund und deshalb gibt es auch keinen, der die Ausgrabungen finanziert.