Erstellt am 10. Oktober 2011, 07:12

Mord und Selbstmord in Parndorf. Bis in die Abendstunden waren Ermittler am Sonntag nach dem tödlichen Ehedrama in Parndorf mit der Tatortarbeit beschäftigt. Der Tat dürfte offenbar ein längerer Streit in der Beziehung vorangegangen sein.

Dem Paar stand der erste Termin für die Scheidung bevor, bestätigte Bezirkspolizeikommandant Andreas Kohs heute, Montag, gegenüber der APA einen Bericht des "Kurier".

Es gebe bereits eine Ladung des Bezirksgerichts. Der 62-Jährige und seine 57-jährige Frau lebten schon länger in Parndorf. Im Zuge eines Streits wurde auch schon einmal die Exekutive aktiv: Im Juli dieses Jahres habe es einen Vorfall gegeben, bei dem die 57-Jährige die Polizei gerufen hat, so Kohs: "Es ist ein Betretungsverbot ausgesprochen worden."

Ein Betretungsverbot, das von der Polizei verhängt wird, sei unverzüglich - spätestens innerhalb von 24 Stunden - von der Bezirkshauptmannschaft zu prüfen. In dem Fall sei das von den Beamten ausgesprochene Verbot von der Behörde nicht bestätigt worden.

Sonntagvormittag hatte der 62-Jährige seinem Sohn ein SMS geschickt, in dem er ihm die Tat angekündigt beziehungsweise bekanntgegeben habe, so Kohs. Der Sohn fuhr daraufhin zum Haus des Paares und alarmierte die Einsatzkräfte. Polizei und Rettung rasten nach Parndorf. Als sie dort eintrafen, war der Mann bereits der Schussverletzung erlegen.

Auch für die Frau kam jede medizinische Hilfe zu spät, sie etwa 20 Minuten später. Die Tatwaffe, ein Kleinkalibergewehr, besaß der Mann legal, so der Bezirkspolizeikommandant. Die Entscheidung, ob eine Obduktion durchgeführt wird, trifft die Staatsanwaltschaft.