Erstellt am 03. August 2011, 13:38

Mordfall Nickelsdorf - Hauptverdächtiger legte Geständnis ab. Im Fall der im Juli des Vorjahres in Nickelsdorf ermordet aufgefundenen Lydia D. gibt es ein Geständnis des Hauptverdächtigen Agustin S.,

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Im Fall der am 20. Juli 2010 in Nickelsdorf (Bezirk Neusiedl am See) ermordet aufgefundenen Lydia D. gibt es ein Geständnis des Hauptverdächtigen Agustin S., bestätigte am Mittwoch dessen Anwalt, Farid Rifaat, einen Bericht des Nachrichtenmagazins "News" von dieser Woche. Der 59-jährige gebürtige Argentinier habe zugegeben, die 72-jährige Lydia D. mit einer Lenkradstange erschlagen und später angezündet zu haben, erklärte Farid Rifaat. Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt (StA) bestätigte die Angaben des Verteidigers.

Agustin S. und Lydia D. sollen laut Polizeiberichten engen Kontakt zueinander gehabt haben. Am Mordtag seien sie zu einer Einkaufstour nach Bratislava gefahren, berichtete Rifaat. "Bei der Autofahrt kam es zum Streit, der eskalierte. Es kam zu Handgreiflichkeiten." Agustin S. soll danach mit einer Lenkradstange auf den Kopf der Pensionistin aus Wien-Brigittenau geschlagen haben. "Wir gehen davon aus, dass dieser Schlag zum Tod geführt hat", erklärte Rifaat.

Später soll der Verdächtige die Frau mit polnischen Wurzeln in einem Maisfeld bei Nickelsdorf abgelegt haben. Agustin S. habe zuerst überlegt, die tote 72-Jährige zu vergraben, berichtete sein Anwalt. Der gebürtige Argentinier sei in einer "verzweifelten Situation" gewesen und habe die Pensionistin schließlich mit Benzin übergossen und angezündet.

Der Mordfall beschäftigte mehr als ein Jahr die Polizei, Psychologen, Gutachter sowie die Staatsanwaltschaft. Sämtliche Daten, etwa Einträge und Nachrichten in sozialen Netzwerken, mussten ausgewertet werden, erklärte Magdalena Eichinger, Sprecherin der StA. Sie wollte sich zu den neuen Entwicklungen nicht näher äußern: "Ich kann die Angaben des Verteidigers bestätigen und ihnen mitteilen, dass heute (Mittwoch, Anm.) das letzte Verhörprotokoll bei uns eingetroffen ist."

Nachdem Feuerwehrmänner beim Löschen eines Flurbrandes die noch brennende Leiche gefunden hatten, stand die Polizei zunächst vor einem Rätsel: Die Identität der Frau war unklar, die Kriminalisten hofften durch die Veröffentlichung von Fotos von persönlichen Gegenständen des Mordopfers Hinweise aus der Bevölkerung zu bekommen. Agustin S. meldete sich daraufhin schließlich selbst bei den Ermittlern. Er gab an, ein Schmuckstück in einer Zeitung wiedererkannt zu haben. Über den gebürtigen Argentinier wurde am 4. August 2010, also fast genau vor einem Jahr, die Untersuchungshaft verhängt. Die StA rechnet mit einem Prozessbeginn im Spätherbst. Die Anklageschrift werde nun vorbereitet, teilte Eichinger mit.