Erstellt am 17. Oktober 2012, 00:00

Müll-Debatte in Andau. Anonyme Anzeige / Unter Andaus bekanntestem Hügel soll sich noch heute Sperrmüll befinden. „Längst geräumt“, weist Bürgermeister Matthias Gelbmann alle Anschuldigungen zurück.

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Von Birgit Böhm-Ritter

ANDAU / Fährt man von Halbturn nach Andau, dann springt einem der kleine Hügel links der Landesstraße ins Auge: Der Andreasberg. Genau dieser Hügel wirbelt in der Gemeinde Andau momentan Staub auf.

In einer anonymen Anzeige, die nicht nur an die Bezirkshauptmannschaft in Neusiedl am See, sondern auch an die BVZ ergangen ist, werden schwere Vorwürfe erhoben. „Es handelt sich um eine ehemalige Sandgrube, die in den letzten 20 bis 30 Jahren mit Deponiepflichtigen Material verfüllt wurde“, heißt es in dem anonymen Brief. Unsortierter Bauschutt, Alteisen, Gummireifen, sogar ganze Fahrzeuge, würden sich unter Niveau befinden, so der Briefeschreiber weiter. Darüber sei dann der Andreasberg geschaffen worden. „Es darf nicht sein, dass eine derartige Vorgangsweise einer Gemeinde für deren Verantwortliche Vertretungsorgane keine Konsequenzen hat“, schließt der Verfasser.

Bürgermeister Matthias Gelbmann (SPÖ) weiß von keiner Anzeige, weder gegen die Gemeinde noch gegen seine Person. Die schweren Anschuldigungen weist er aber vehement von sich. Es sei zwar richtig, dass dort eine Deponie gewesen sei, diese sei aber bereits vor etwa 15 Jahren komplett ausgeräumt worden, erinnert sich Gelbmann. „Die Gemeinde hat damals sehr viel Geld in die Hand genommen, um das Gebiet der ehemaligen Deponie wieder zu rekultivieren“, betont er. Containerweise sei Eisen wegtransportiert und Betonbruch geschreddert worden. „Erst das reine, ausgesiebte Material wurde wieder aufgebracht“, erklärt der langjährige Ortschef gegenüber der BVZ.

Warum nach so vielen Jahren noch solch schwere Vorwürfe erhoben werden, ist Gelbmann rätselhaft. „Vielleicht, weil es in den letzten Wochen beim Andreasberg ungewöhnlich viel Bewegung gegeben hat“, vermutet er. Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft führe dort nämlich Boden- und Luftmessungen sowie Bohrungen durch. „Um den Akt betreffend der Altlastensanierung endgültig schließen zu können“, so Gelbmann.

Die Bestätigung kommt von Bezirkshauptmann Martin Huber. Solche Gemeindedeponien habe es in früheren Jahren in nahezu jeder Gemeinde Österreichs gegeben. Nach dem Altlastensanierungsgesetz mussten diese saniert werden. „Ob die Sanierungsarbeiten vorschriftsmäßig abgeschlossen wurden, wird nun schrittweise vom zuständigen Bundesministerium kontrolliert“, erläutert Huber.

Für Bürgermeister Gelbmann ist klar, dass es keine Umweltverschmutzung am Andreasberg gibt. In den vergangenen Jahren wurden immer wieder Wasserproben aus den umliegenden Brunnen entnommen. Schadstoffe seien niemals festgestellt worden. Auch die Bezirkshauptmannschaft habe bei ihren Messungen bis ins Jahr 2010 beim Andreasberg keine Mängel festgestellt. Das sei in einem Akt, der der Gemeinde vorliegt, schriftlich festgehalten.

Detail am Rande: Die Winzerfamilie Scheiblhofer hat den Andreasberg von der Gemeinde gemietet. Dieser dient derzeit als Schauweingarten.