Erstellt am 25. April 2012, 00:00

Müllhalde mitten im Ort. MACHTLOS /  Grundstück verkommt zu einer privaten Müllhalde, Bürgermeister und Behörden müssen abwarten.

Besorgte Anrainer. Auf dem Grundstück neben einer Wohnhausanlage lagert der Pächter zahlreiche Autowracks, schrottreife Boote, alte Eternitplatten. Gegen die Räumungsklage des Grundstückseigentümers hat der Pächter Berufung eingelegt, bis zur endgültigen Entscheidung darf nichts unternommen werden.  |  NOEN

PARNDORF /  Ein unschöner Anblick bietet sich derzeit den Bürgern in der Neusiedlerstraße: Hier lagert ein Grundstückspächter schon seit Längerem regelmäßig Sperrmüll ab. Auf der Durchzugsstraße fahren täglich einige Tausend Fahrzeuge vorbei und ein Wohnhaus mit mehreren Wohnungen befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft. „Eine Müllhalde mitten im Ort und mir als Bürgermeister sind die Hände gebunden. Das ist für die Gemeinde eine Katastrophe. Ich darf den Grund nicht betreten und räumen auch nicht“, erklärt Parndorfs Ortschef Wolfgang Kovacs (LIPA).

Das Problem: Das Grundstück gehörte zu einem Lokal und wurde früher als Parkplatz benutzt. Mittlerweile wurde das ehemalige Restaurant an die Baptistengemeinde verkauft, der daneben liegende Parkplatz wurde vom Besitzer, der Familie Fischer, anderwärtig verpachtet. Dieser Pächter fing an, Autowracks auf dem Grundstück abzustellen. Aus einigen Autos sei Öl ausgelaufen, deshalb habe man die Bezirkshauptmannschaft benachrichtigt, laut Bürgermeister waren es einmal mehr, dann wieder weniger abgeladene Fahrzeuge. „Plötzlich vor einer Woche ist die Lage dann eskaliert: Nun stehen dort zwei total kaputte Autobusse, ein Schiff, Baumaterial wie alte Eternitplatten“, berichtet Kovacs. Außerdem seien die Autos mit Müll vollgeräumt. Über die derzeitige Situation zeigen sind auch die Grundstücksbesitzer mehr als unzufrieden, allzu viel wolle man die Causa aber nicht kommentieren, denn: „Es handelt sich dabei noch um ein schwebendes Verfahren und dieses möchten wir abwarten,“ erklärt Emma Fischer.

„Die Mieter dort sind natürlich über die Zustände auf dem Grundstück sehr beunruhigt“, sagt Kovacs. Der Besitzer des Grundstücks habe bereits eine Räumungsklage gegen den Pächter erwirkt, doch da dieser in Berufung gegangen sei, handle es sich um ein schwebendes Verfahren. Das sei auch die Begründung, wieso derzeit weder Bezirkshauptmannschaft noch Polizei etwas unternehme. Geschlagen will sich der Ortschef aber nicht geben: „Wir überlegen gerade Maßnahmen um zumindest zu verhindern, dass neuer Müll dort gelagert wird. Derzeit kommen laut Anrainern täglich zwei LKWs voll mit Müll.“

Auch auf der Bezirkshauptmannschaft befasst man sich mit dem Problem: „Der Herr ist amtsbekannt, sitzt zwischendurch in U-Haft, und verfrachtet die Fahrzeuge von einer Stelle im Bezirk zur anderen. Wir haben einen Sachverständigen beauftragt, der den Fall entsprechend prüft. Gegen den Grundstückspächter laufen noch andere Verfahren, weil gewisse Fahrzeuge, die er dort lagert, gar nicht in seinem Besitz sind“, weiß Ljuba Szinovatz von der Bezirkshauptmannschaft Neusiedl am See. Auch das Zustellen von Bescheiden seitens der BH erweise sich als schwierig, da der Mann nirgends gemeldet sei.