Erstellt am 22. April 2016, 12:37

von APA/Red

Mutmaßlicher Trafikräuber vor Gericht. In Eisenstadt hat sich am Freitagvormittag ein mutmaßlicher Trafikräuber vor Gericht verantworten müssen.

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Der 38-jährige Mann soll Ende Jänner in Bruckneudorf (Bezirk Neusiedl am See) eine Trafikangestellte zur Herausgabe von Geld gefordert und sie mit einem Messer bedroht haben. Die Frau ließ sich damals aber nicht einschüchtern und zückte einen Pfefferspray. Der Prozess wurde vertagt.

Am 27. Jänner um etwa 17.40 Uhr kam es zu dem Vorfall. Sie habe gerade den Automaten draußen befüllt, erzählte die 27-jährige Frau dem Schöffensenat unter Vorsitz von Richter Alexander Glanz. "Er war relativ nett, hat mir die Tür aufgehalten und mich angelächelt und wirkte sympathisch - war dann eher nicht so", schmunzelte das Opfer im Nachhinein.

Die Frau ging vor dem Mann in die Trafik, er sei ihr gefolgt und habe zu ihr gesagt: "Geld, Geld". "Ich habe gesagt, ich hab nix." Daraufhin soll er mit der einen Hand auf die Kassa geschlagen haben. Danach habe er sein Messer gezückt und soll zwei Mal ausgeholt und Richtung Rippen bzw. Bauchbereich gestochen haben.

Ohne Beute geflüchtet

"Ich habe mich wegdrehen können und den Pfefferspray unter dem Verkaufspult hervorgeholt." Ob sie ihn im Gesicht erwischt habe, wisse sie nicht. Der Mann sei danach jedenfalls ohne Beute geflüchtet, die Frau blieb unverletzt.

Zuvor soll der Angeklagte schon in Gols versucht haben, einen Kompressor zu stehlen. In Parndorf, wo er später schließlich festgenommen wurde, soll er zwei Paletten Cola gestohlen haben.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm außerdem vor, dass er danach auch die Tankstelle in Parndorf überfallen wollte. Davon wollte er nichts wissen. Er habe nach einem Feuerzeug gesucht.

Vor Gericht zeigte sich der Verdächtige teils geständig, gab aber an, dass er sich aufgrund eines ordentlichen Drogen-, Alkohol- und Medikamentenkonsums am Tattag nicht an viel erinnern könne. Seine Freundin sei bereits drei Wochen im Spital gelegen, er habe sich allein gefühlt und war traurig.

Deshalb habe er zu Drogen - u.a. Heroin -, zu Beruhigungsmittel sowie einem dreiviertel Liter 52-prozentigen Schnaps und sieben bis acht Bier gegriffen, ehe er ins Auto stieg und seine "Tour" startete.

Achtmal verurteilt

Weder das Opfer noch die Beamten, die den Mann festnahmen, konnten einen beeinträchtigten Zustand wahrnehmen. Er habe normal gewirkt und gesprochen.

Der 38-Jährige, der in anderen Ländern bereits achtmal verurteilt worden ist und in Summe mehr als zwölf Jahre hinter Gittern verbracht hat, gab an, häufig zu Drogen zu greifen. Er soll auch an einem Einbruchsversuch in einen Sportklub in Wien beteiligt sein. Das stritt er jedoch ab.

Nun wurde die Einholung eines Sachverständigen-Gutachten zur Zurechnungsfähigkeit sowie die Übermittlung eines bei der Festnahme durchgeführten Drogenharntests sowie die Ladung weiterer Zeugen beantragt.

Der Mann könnte in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen werden. Wann der Prozess fortgesetzt wird, war zunächst unklar.


BVZ.at berichtete: