Erstellt am 09. Juli 2014, 10:01

Müll kostet 22 Euro mehr. Seit 1. Juli gilt für jeden Haushalt mit Restmülleinheit eine Mülltaxe von 22 Euro jährlich. SPÖ und ÖVP haben hierzu konträre Ansichten.

Müllentsorgung. Erwin Sieber (2.v.l.) war der erste Neusiedler, der am 1. Juli seinen Sperrmüll zur Entsorgung vorbeibrachte und diesen gratis entsorgten durfte- Stadtrat Thomas Halbritter (2.v.r.) war dabei gerne behilflich. Im Gegenzug beschloss der Neusiedler Gemeinderat die Einhebung einer jährlichen Müllgebühr in Höhe von 22 Euro. Foto: privat  |  NOEN, privat

Egal ob Sperrmüll, Baum-, Gras- und Strauchschnitt, Eisenschrott, mineralischer Bauschutt, Verpackungen, Problemstoffe oder Elektrogeräte: Die Entsorgung jener Materialien ist im Altstoffsammelzentrum seit 1. Juli in Haushaltsmengen und gegen Ausweisung gratis. Im Gegenzug müssen Haushalte mit Restmülleinheit jedoch eine Müllgebühr in Höhe von 22 Euro jährlich begleichen - dies beschloss der Gemeinderat mit den Stimmen von ÖVP, Grüne und FPÖ.

„Erhoffen uns in diesen Bereichen deutlich weniger Müll“

Stadtrat Thomas Halbritter (ÖVP), der für die Aushandlung der neuen Regelung mit dem „UDB“ (Umweltdienst Burgenland) und dem „BMV“ (Burgenländischen Müllverband) zuständig war, erklärt die Beweggründe dafür gegenüber der BVZ wie folgt: „Einerseits wurden nahe Windschutzgürtel und Schilfgebiet immer wieder Kleinmengen an Bauschutt und Sperrmüll abgeladen. Dadurch, dass die Entsorgung dieser Materialien früher bezahlt werden musste und so oft illegal entsorgt oder verbrannt wurde, deren Entsorgung nun aber kostenlos ist, erhoffen wir uns in diesen Bereichen nun deutlich weniger Müll.“

Außerdem, so Halbritter weiter, konnte die Altstoffsammelstelle aufgrund anfallender Personalkosten und hoher Entsorgungskosten bisher nicht kostendeckend geführt werden, weshalb man sich für das neue Gebührenmodell entschied.

„Die neue Müllgebühr ist unsozial und ungerecht“

Die SPÖ stimmte gegen diese Neuerung, wie Vizebürgermeisterin Lisa Böhm (SPÖ) erklärt: „Die neue Müllgebühr ist unsozial und ungerecht, weil jeder Haushalt, ganz egal ob er Müll zur Altstoffsammelstelle bringt oder nicht, belastet wird. Wohnungsbesitzer, die keinen Sperrmüll oder dergleichen produzieren, werden jetzt ungerechterweise zur Kassa gebeten.“

Für Thomas Halbritter unverständlich: „Ich halte das nicht für ungerecht, denn auch Bewohner von Wohnungen haben Sperrmüll wie alte Geräte, Möbel oder Gegenstände, die entsorgt werden müssen. Ich glaube nicht, dass sich hierbei ein großer Unterschied ergibt.“