Erstellt am 10. Februar 2016, 13:03

von Paul Haider

Neue Polizisten sollen Bezirk entlasten. Heuer werden im Burgenland 75 Polizeibeamte ausgebildet, die auch die Exekutive im Bezirk Neusiedl unterstützen werden.

Bezirkspolizeikommandant Rainer Bierbaumer (links): »Nachwirkungen der Flüchtlingskrise noch immer spürbar.«  |  NOEN, Haider

Das Jahr 2015 brachte für die Exekutive im Neusiedler Bezirk zahlreiche, noch nie da gewesene, Herausforderungen mit sich. Die Schlepperkriminalität, die das ganze Jahr über grassierte, fand mit den 71 Toten in einem Kühl-LKW auf der A4 bei Parndorf ihren traurigen Höhepunkt.

In den Wochen und Monaten nach dieser Tragödie war die Polizei mit den Flüchtlingsbewegungen in Nickelsdorf extrem gefordert, wie sich Bezirkspolizeikommandant Rainer Bierbaumer im Gespräch mit der BVZ erinnert: „Das hat den Kollegen psychisch und physisch in jeder Hinsicht sehr viel abverlangt und hat uns sehr viele Ressourcen gekostet. Ohne Überstunden und Mehrdienstleistungen wäre das nicht zu bewältigen gewesen, viele Kollegen haben so viel Dienst gemacht wie selten zuvor.“

Obwohl sich die Flüchtlingsströme ab Mitte Oktober vom Burgenland vorwiegend in die Steiermark verlagert haben, seien die Auswirkungen noch immer spürbar, so Bierbaumer: „Das wirkt immer noch nach, weil wir über Weisung des Innenministeriums nach wie vor schwerpunktmäßige Kontrollen an den Grenzen durchführen. Das machen wir zu jeder Tages- und Nachtzeit.“

75 neue Polizisten für das Burgenland

In den letzten Wochen würden nach einer längeren ruhigen Zeit auch wieder vereinzelte Fälle von Schlepperei auftreten: „Fallweise finden wir wieder Gruppen von unrechtmäßig aufhältigen Fremden vor“, so Bierbaumer.

Wie vor Kurzem bekannt wurde, sollen im Burgenland bis Jahresende 75 neue Polizisten aufgenommen werden. Diese neuen Exekutivbeamten bekommen eine Ausbildung, die den Schwerpunkt auf Fremdenrecht legt. Nach sechs Monaten Grundausbildung sollen die neuen Polizisten bereits in der Praxis eingesetzt werden, viele von ihnen voraussichtlich auch an der Grenze in Nickelsdorf.

„Sie werden aber nicht im alltäglichen Geschäft, sondern im engen Bereich Fremden- und Grenzpolizei“, betont Rainer Bierbaumer. „Wir hoffen auf sehr viele Bewerbungen, denn je größer die Auswahl, desto besser wird die Qualität“, weiß der Bezirkspolizeikommandant.

Die Anmeldefrist für die neuen Polizei-Jobs läuft noch bis Ende des Jahres.