Erstellt am 05. Dezember 2012, 00:00

Neues Projekt: Pläne für Wasserskiliftpark. Tourismus / “Cable Park“ an der A4 bei Nickelsdorf geplant. Umweltschutzabteilung des Landes sieht jedoch Gefahr für Vögel.

von Katharina Zedlacher-Fink

NICKELSDORF / Geht es nach Michael Krause, dann wäre sein Grundstück entlang der A4 (Abfahrt Mönchhof) in Nickelsdorf der geeignete Platz für eine Wasserskiliftanlage, auch „Cable Park“ genannt. „Durch die ideale geografische Lage im Dreiländereck, der Nähe zu Wien, und der boomenden Wakeboard-Szene in Ungarn ist eine Frequenz von bis zu 150 Wakeboardern pro Tag sicher“, so der Wiener mit Nickelsdorfer Wurzeln. Auch Gerhard Zapfl (SPÖ), der Bürgermeister von Nickelsdorf ist von der Idee begeistert.

„Ein Cable Park wäre eine Chance für Nickelsdorf und eine tolle touristische Ergänzung zum Nova Rock“, so der Bürgermeister. Vorerst soll nur ein Wasserkurs mit Gastronomieeinrichtungen und Umkleidemöglichkeiten errichtet werden. Später könnte auf dem 3,5 Hektar großen Areal ein weiterer Wasserkurs folgen. Die Gesamtinvestitionen für das Projekt werden vom Grundeigentümer und Initiator Michael Krause, der die Anlage auch selbst betreiben will, mit 2,5 Millionen Euro angegeben. Durch die Anlage sollen außerdem Krause zufolge schon mit dem ersten Wasserkurs zehn neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Vogelschutz sieht Gefahr für seltene Vögel 

Einwände gegen das ehrgeizige Projekt kommen nach ersten Vorgesprächen jedoch vonseiten des Vogelschutzes. Andreas Ranner von der für Umweltschutz zuständigen Abteilung V des Landes Burgenland: „Noch wurde kein Projekt eingereicht. Nach den bisherigen Vorgesprächen gibt es aber aus unserer Sicht an diesem Standort keine Möglichkeit für dieses Projekt, das nur knapp außerhalb eines Natura 2000 Schutzgebietes liegen würde. Neben Störungen für gefährdete Vogelarten wie den Saker-Falken und den Kaiseradler käme es für die Vögel zu einem zweifachen Flächenverlust. Zum einen würden die Vögel Nahrungsgebiete verlieren und außerdem durch die Anwesenheit der vielen Leute das Gebiet auch meiden“, so Vogelschützer Ranner , „zusätzlich käme es durch die oberirdische Verdrahtung zur Gefahr von Kollisionen.

Mit EU-Geld haben wir gerade den Großtrappenschutz erweitert und viele Leitungen unter die Erde verlegt. Wir könnten riskieren, dass wir das EU-Geld wieder zurückzahlen müssen“. Bürgermeister Zapfl und Initiator Krause können die Bedenken des Vogelschutzes nur teilweise nachvollziehen. „Für mich ist es schon sehr verwunderlich, dass das neue Betonwerk und das Umspannwerk, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft befinden, möglich sind, aber ein Cable Park nicht“, sagt Bürgermeister Zapfl, „sollten Ausgleichsmaßnahmen notwendig sein, dann ist die Gemeinde Nickelsdorf bereit, diese vorzunehmen“. Projektentwickler Michael Krause: „Die geplante Wasserskiliftanlage ist total ökologisch, alles wird elektrisch betrieben. Zusätzlich ist am Wasserkurs auch ein Schilfgürtel geplant. Das wäre ein Biotop für Vögel“.