Neusiedl am See

Erstellt am 27. Juli 2016, 10:09

von Bettina Scheidl

Bevölkerungswachstum: Plus 32 Prozent in zehn Jahren. Zwischen 2006 (5.921 Bürger) und 2016 (7.820 Bürger) wuchs die Seestadt rasant. Zuzug als Probe für Infrastruktur und Faktor für mehr Angebot.

Im Wachstum. Die Nähe zu Wien und Neusiedler See locken stets neue Bewohner in die Seestadt. In jüngster Zeit entstanden immer mehr großflächige Wohnsiedlungen - wie etwa in Nähe des Kalvarienbergs.  |  Scheidl, Scheidl

Die kürzlich veröffentlichten Zahlen zum Bevölkerungswachstum im Burgenland sprechen eine eindeutige Sprache: Mit einem Plus von etwas knapp 32 Prozent zwischen 2006 (5.921 Bewohner) und 2016 (7.820 Bewohner) steht die Bezirkshauptstadt unangefochten an erster Stelle.

Faktor Zuzug: 1539 neue Bürger bei 102 Geburten

Als wahrer Spitzenreiter in Sachen Wachstum kann die Seestadt aber schon getrost seit mehr als 30 Jahren bezeichnet werden: Hielt Neusiedl 1981 bei 4.122 Bewohnern, waren es 1991 schon 4.675 Bürger, 2001 insgesamt 5.584 Bewohner und 2011 bereits 7.123 Neusiedler.

Eine rasante Entwicklung, die vor allem durch Zuzug zustande kam, wie ein Blick auf die Daten von Statistik Austria offenbart: Bei einem Plus von 1.539 Bürgern zwischen 2001 und 2011 entfielen 102 auf Geburten, 1.437 hingegen auf Zuzug. Dies war auch schon zwischen 1991 und 2001 der Fall: Bei 909 neuen Einwohnern sind nur 97 auf Geburten zurückzuführen.

Bürgermeister Kurt Lentsch erkennt im Bevölkerungswachstum der Seestadt sowohl positive Veränderungen, als auch Herausforderungen, wie er im Gespräch mit der BVZ erklärt.

Gründe: Lebensabend am See, Nähe zu Wien

Durch mehr Bürger könne die Lebensqualität besser abgesichert werden, meint Lentsch: „Dies bedeutet mehr Auswahl bei Kindergärten, Schulen, Ärzten, Arbeitsplätzen oder Einkaufsmöglichkeiten. Allerdings muss viel Geld in die Hand genommen werden, um die Aufgaben, die von der Stadt erwartet werden, finanzieren zu können. Diese Investitionen rentieren sich allerdings in den nächsten 20 bis 50 Jahren, wobei wir aber immer in Vorlage gehen müssen.“ Aus diesem Grund würden sich auch die hohen Schulden der Stadt ergeben, betont Lentsch.

Aufgrund der Begrüßungsabende, zu denen der Stadtchef regelmäßig Neo-Neusiedler ins Rathaus lädt, weiß er um die Motive der zwei größten Gruppen Bescheid, die es verstärkt in die Seestadt zieht: „Häufiger anzutreffen sind ehemalige Seewinkler, die nach ihrer Familienplanung nicht mehr in Wien leben möchten, denen der Seewinkel aber wiederum zu weit weg ist, um zu pendeln. Andererseits gibt es viele Menschen, die schon immer eine Liebe zu See, Wein und unserer Gegend hatten und hier ihren Lebensabend verbringen möchten.“