Erstellt am 10. September 2014, 08:10

von Pia Reiter

HAK: Sitzenbleiben ab nun unmöglich. Neues Schulsystem / Fächer werden in Modulen absolviert, das Wiederholen einer Klasse entfällt. Gymnasium soll 2016 folgen.

Völlig neu. HAK-Direktorin Beata Sämann-Takacs sieht das modulare Ausbildungssystem positiv.  |  NOEN, zVg

Das Sitzenbleiben ist Geschichte: Ab diesem Schuljahr starten sowohl die HAK in Neusiedl am See als auch in Frauenkirchen mit der modularen Oberstufe, basierend auf einem laut Direktorin Beata Sämann-Takacs gründlich überarbeiteten Lehrplan: „Ab der zehnten Schulstufe ist der Lehrplan in Modulen erfasst, im Burgenland haben sich die Handelsakademien dazu entschlossen, dass die Einführung des neuen Ausbildungssystems um ein Jahr vorgezogen wird.“

Kompetenzmodule und verpflichtendes Praktikum

Konkret heißt das: Die Jugendlichen absolvieren nach dem ersten Schuljahr keine weiteren Schuljahre oder Klassen, sondern in sich abgeschlossene Kompetenzmodule, die je ein Semester dauern. „Somit entfällt das klassische Sitzenbleiben beziehungsweise das Wiederholen eines Schuljahres“, erklärt Sämann-Takacs.

Nachgeholt beziehungsweise positiv abgeschlossen werden muss nur mehr der negativ absolvierte Gegenstand. Das soll parallel zum Besuch von aufbauenden Modulen erfolgen. Eigens ausgebildete Lerncoaches sollen den Jugendlichen aufzeigen, wie sie die einzelnen Module positiv abschließen können. Außerdem müssen die Schüler ein verpflichtendes Praktikum in den Ferien absolvieren.

Auch im Gymnasium Neusiedl wird die modulare Oberstufe zum Thema, allerdings erst ab 2016. Dieses Schuljahr steht laut Direktor Walter Roth im Gymnasium zuerst die „Zentralmatura“ oder wie es offiziell heißt: die „standardisierte , kompetenzorientierte Reifeprüfung der AHS“ auf dem Plan: „Dieses Schuljahr kommt die Matura mit zentraler Themenstellung in allen schriftlichen Fächern und alle Maturanten haben eine vorwissenschaftliche Arbeit zu verfassen“, erklärt Roth.

Bei der mündlichen Matura erarbeiten die Lehrer des Gymnasiums einen Themenpool, der den Schülern vorher bekannt gegeben wird. Daraus ziehen diese dann bei der mündlichen Matura zwei Fragen, von denen eine ausgewählt und beantwortet werden muss.