Erstellt am 27. Februar 2015, 13:16

Hallenbad als Streitthema. SPÖ-Vizebürgermeisterin Elisabeth Böhm sieht ÖVP-Landesvize Franz Steindl und Tourismus-Landesrätin Michaela Resetar in der Pflicht. ÖVP will gemeinsame Lösung.

Im Fokus. Die Aufrechterhaltung es Betriebs im Hallenbad ist im Konsolidierungspaket berücksichtigt, große Reparaturen jedoch nicht. Die Stadt fährt einen strikten Sparkurs. Foto: Reiter  |  NOEN, Reiter
Seit mehr als einem Jahr wird die Schließung des Hallenbads befürchtet, die Kosten, die die Stadt pro Jahr für den Betrieb zuschießen muss, sind hoch. Zu hoch, meinen viele, für eine Stadt, die sich in einem Konsolidierungsprozess befindet.

Unklarheiten über Zuständigkeiten

Das Land wurde um Hilfe gebeten, die Gemeinden in der Region sollten mit ins Boot geholt werden. Doch eine Lösung ist derzeit noch nicht gefunden. Darin sind sich die Parteien einig, jedoch nicht, wer für die Unterstützung des Hallenbades zuständig ist.

Vizebürgermeisterin Elisabeth Böhm (SPÖ) erklärt: „Seitdem jedem klar ist, in welcher schlechten finanziellen Lage die Stadt Neusiedl am See ist, versucht der Bürgermeister die Schuld über eine eventuelle Schließung des Hallenbades weiterzugeben. Zuständig für Frei- und Hallenbäder in der Burgenländischen Landesregierung ist Michaela Resetar. Sie hat die Möglichkeit finanzielle Zuschüsse für eine notwendige Renovierung zu leisten. Sie hat dafür Mittel von 340.000 Euro budgetiert.“

Dazu käme, dass Landeshauptmann-Stellvertreter Franz Steindl für Wirtschaftsförderungen und Bedarfszuweisungen zuständig sei. „Die SPÖ-Neusiedl am See fordert Bürgermeister Lentsch auf, Sorge zu tragen, dass die zuständigen Regierungsmitglieder die entsprechenden finanziellen Mittel zur Verfügung stellen, damit die notwendigen Renovierungsarbeiten für das Hallenbad geleistet werden können“, so Böhm weiter.

„Da muss sich auch die SPÖ bewegen“

Bürgermeister Kurt Lentsch (ÖVP) zur aktuellen Situation: „Sorgen gibt es immer, aber allerdings ist da aktuell kein Problem akut.“

Aus dem Büro von Landeshauptmann-Stellvertreter heißt es zur Forderung der Stadt-SPÖ: „Landesrätin Resetar hat 340.000 Euro für alle Bäder im gesamten Burgenland zu deren Förderung zur Verfügung. Gefördert werden Sanierungsmaßnahmen oder der Neubau, maximal jedoch 20 Prozent der Investitionskosten.“

Landeshauptmann-Stellvertreter Franz Steindl habe Neusiedl bereits eine Sonderbedarfszuweisung in der Höhe von 300.000 Euro zugesagt.

Das Hallenbad habe eine große überregionale Bedeutung, wolle man dieses retten, bedürfe es einer gemeinsamen Lösung: „Da muss sich auch die SPÖ bewegen. Um der gesamten Region zu helfen, bedarf es einer gemeinsamer Kraftanstrengung von ÖVP und SPÖ, dann gäbe es sehr wohl die Möglichkeit, Budgetmittel des Landes zur Verfügung zu stellen“, heißt es.