Neusiedl am See

Erstellt am 09. November 2016, 05:49

von BVZ Redaktion

Polit-Streit um Seehotel. SPÖ lehnt Projekt komplett ab, Grüne zweifeln an touristischem Mehrwert. Projektentwickler betonen Bedeutung für die Region.

Umstritten. Während die SPÖ das gesamte Seeprojekt (Hotel plus 22 Seevillen) ablehnt, ärgern die Grünen vor allem die Seehäuser, die käuflich erwerbbar sind.  |  zVg

Das Seehotel und die 22 geplanten Seevillen schlagen wieder hohe Wellen. Die Stadt-SPÖ sieht durch das Projekt dieNatur in Gefahr und kritisiert, dass der freie Zugang zum See nicht mehr gegeben sei: „Ich bin entsetzt über diesen überdimensionalen Bau im Naturschutzgebiet. Es wird eine riesige Wasserfläche ausgebaggert und dies bringt einen massiven Eingriff in die geschützte Tier- und Pflanzenwelt“, sagt SPÖ-Vizebürgermeisterin Elisabeth Böhm, die sich damit klar gegen das „30-Millionen-Euro-Megaprojekt“ ausspricht.

Gerade an dieser Stelle sei der ökologische Aspekt sekundär, meint Architekt Herbert Halbritter, der seit zehn Jahren mit dem Projekt beschäftigt ist: „Das Areal des Projekts „Am Hafen“ wurde sukzessive ab den 1960er Jahren aufgeschüttet und stellt sich derzeit als unattraktive Ansammlung von eingezäunten, der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Nutzungen und Brachflächen dar.“

Grüne Fischbach bezweifelt den touristischen Mehrwert

Mit dem Projekt soll sich das laut Halbritter ändern: „Wir erweitern die erlebbare Seefläche. Als Herzstück des Projekts wird dazwischen ein neu ausgehobenes Hafenbecken mit circa 4.700 m2 die Wasserfläche des Neusiedler Sees vergrößern. Der Hotelanlage soll eine Flaniermeile vorgelagert werden, die für die Öffentlichkeit jederzeit zugänglich ist.“

Grüne-Gemeinderätin Alexandra Fischbach bezweifelt den touristischen Mehrwert des Projekts: „Wenn man sich die Bewerbung in diversen Immobilienanzeigen anschaut, dürften die jetzigen Pläne mit dem vor acht Jahren präsentierten Projekt nicht mehr viel zu tun haben. Scheinbar ist aus dem touristischen Projekt von damals ein Immobiliengeschäft von einigen Wenigen geworden. Denn damit erfolgt die Verbauung für „private Hausnutzungen“ auf Kosten der Zugängigkeit“.

Dem entgegnet Halbritter: „Es entstehen auf einer Fläche von circa 1.500 m2 Verweilzonen, die öffentlich zugänglich sind: eine breite Seepromenade mit Sitzmöglichkeiten, eine Marina mitten am See, sowie diverse Uferzonen.“

Infrastrukturleitungen und Kanalanschluss wurden jedenfalls bereits gemacht, mit den Grundbaumaßnahmen wird laut dem Architekten noch heuer begonnen. Darüber hinaus laufen derzeit Gespräche mit der Investoren-Gruppe, die das Seerestaurant daneben erworben hat: „Ziel wäre es, zu schauen, ob man die Projekte nicht erweitern kann. Zumal Hotelbetreiber eine Größe von mehr als 100 Betten bevorzugen, das ist wirtschaftlich sinnvoller. Dazu muss man aber unbedingt alle Beteiligten mit ins Boot holen“, so Halbritter.