Erstellt am 05. August 2015, 05:31

von NÖN Redaktion

Stadt-Weingarten wird verpachtet. Ab Herbst soll ein Pächter die 1,53 Hektar Anbaufläche bearbeiten, Neusiedler Stadt-Wein als Einsparungsmaßnahme für Konsolidierung.

Stadt muss sparen. Mit dem Jahrgang 2015, der derzeit an den Weinstöcken reift, wird der letzte Stadt-Wein produziert. Foto: Reiter  |  NOEN, Martin Reiterwww.reiter-foto.co

Der Jahrgang 2015 wird der Letzte sein, den es vom Neusiedler Stadt-Wein gibt. Stadtrat Emmerich Haider (ÖVP), selbst Winzer, produziert den Weißwein seit 18 Jahren, auch der Stadt-Sekt ist beliebt.

„Vom Jahrgang 2014 gibt es wegen der schlechten Ernte nur 5.000 Flaschen, sonst sind es circa 6.000 bis 7.000 Liter pro Jahr“, erklärt Haider.

Interessenten für Pacht soll es bereits geben

Nach der Abfüllung in Flaschen wird der Stadt-Wein am Bauhof gekühlt gelagert. Die händischen Arbeiten, wie die Lese, werden von den Bauhof-Mitarbeitern erledigt. Der Stadt-Wein wird nicht verkauft, er wird an die Jubilare der Stadt verschenkt und zu Repräsentationszwecken oder für die Weihnachtsfeier der Senioren oder Gemeindebediensteten verwendet.

Die Partnerstadt Deggendorf, bekommt 2.500 Flaschen, 2014 und 2015 tragen sie laut Haider die Hälfte der Kosten, die bei der Produktion des Stadt-Weines anfallen. Einen Interessenten, der die Weingärten der Stadtgemeinde pachten will, soll es bereits geben.

„Das war ein Kompromiss, dem die ÖVP zugestimmt hat, um das Konsolidierungskonzept nicht zu gefährden. Die ÖVP-Fraktion findet diese Entscheidung aus mehreren Gründen falsch. Der Wein ist ein ganz besonderes Kulturgut, der Stadt-Wein wurde immer sehr geschätzt und von vielen gelobt“, betont Bürgermeister Kurt Lentsch (ÖVP).

Zunächst stand sogar Verkauf im Raum

Tatsache ist, dass das erste Konsolidierungspaket, das 2014 beschlossen wurde, die Verpachtung des Weingartens als Einsparungsmaßnahme beinhaltet hat.

„In den vergangenen Tagen wurde aber auch über einen Verkauf diskutiert. Aus unserer Sicht muss das umgesetzt werden, was für die Gemeinde in ihrer schwierigen finanziellen Lage das Beste ist. 2014 ging es darum, die Zahlungsunfähigkeit zu verhindern“, sagt Grüne-Gemeinderätin Alexandra Fischbach, Obfrau des Konsolidierungsausschusses.

Dazu mussten Einsparungsmöglichkeiten zwischen 1,8 und 1,3 Millionen Euro pro Jahr (2014 bis 2016) gefunden werden. Jede Leistung, jedes Angebot und jedes Eigentum der Stadt wurde auf ihre Notwendigkeit geprüft. Dazu gehörte auch der Weingarten der Stadtgemeinde.

„Aus unserer Sicht war der Weingarten der Stadtgemeinde also eine jener „Angebote“, die sich die Stadt - zumindest in den nächsten Jahren - leider nicht leisten kann“, so Fischbach.