Erstellt am 08. Oktober 2014, 07:10

Nadelöhr: Freie Fahrt für Autos. 2015 soll das verkehrstechnische Nadelöhr Geschichte sein, nach Sicherung wird Kreuzung geöffnet.

Für Verkehr freigegeben. Nach entsprechender Sicherung soll der Bahnübergang beim Bundesschulzentrum und in der Nähe des Altenwohnheims für PKW aufgemacht werden.  |  NOEN, Bochdalofsky
Die Bahnkreuzung beim Bundesschulzentrum in der Nähe des Altenwohnheims St. Nikolaus wird für den Autoverkehr geöffnet. Das hat der Gemeinderat in der Sitzung am 29. September mehrheitlich (ÖVP und SPÖ) entschieden. Bisher konnte man den Übergang nur zu Fuß überqueren.

Weitere Gespräche mit der Seebahn sollen folgen

„Die Öffnung des Übergangs ist vor allem deshalb wichtig, weil es täglich während der Schulzeit zu Problemen kommt, da sich alle Fahrzeuge beim Bahnübergang kreuzen“, erklärt Bürgermeister Kurt Lentsch (ÖVP).

Vizebürgermeisterin Elisabeth Böhm (SPÖ) erklärt die Gründe für die Zustimmung zur Öffnung der Bahnkreuzung so: „Seit Jahren weisen wir immer wieder auf die enorme Verkehrsbelastung der Seestraße hin. Die Öffnung der Eisenbahnkreuzung ist eine sinnvolle Entlastung und dadurch eine wesentliche Verbesserung der Schulwege ins Schulzentrum.“

Nun sollen weitere Gespräche mit der Neusiedler Seebahn (NSB) geführt werden und dann ein entsprechender Antrag an das Land Burgenland gestellt werden, bestätigt Gerhard Gürtlich, Geschäftsführer der NSB: „Das Land Burgenland als Eisenbahnbehörde, muss die Ausführung der Sicherheitsmaßnahmen zur Öffnung entscheiden.“ Die NSB führt derzeit Verkabelungsarbeiten zur Elektrifizierung der Strecke durch.

Grüne Fischbach stimmte gegen die Öffnung

Zusätzlich wird laut Beschluss des Gemeinderates der Bahnübergang Alte Badhausgasse aufgelassen. Stadtrat Thomas Halbritter (ÖVP) rechnet mit Kosten zwischen 300.000 und 400.000 Euro: „Normal gibt es eine 50 zu 50 Teilung zwischen Bahnunternehmen und Straßenerhalter, in Zukunft könnten jedoch auch Förderungen zur Verfügung stehen“, so Halbritter.

Baukosten, die für die Gemeinde schon heuer anfallen, betreffen die Straßenanbindung und die Gehsteige und werden um die 40.000 Euro ausmachen.

Grüne-Gemeinderätin Alexandra Fischbach stimmte gegen die Öffnung: „Für uns kommt das - wenn überhaupt - nur gemeinsam mit einem Gesamtverkehrskonzept für diesen Bereich infrage. Den Bahnübergang für den Autoverkehr zu öffnen ohne Begleitmaßnahmen, ohne zu wissen, welche Verkehrsverlagerung damit verbunden ist, ist aus unserer Sicht zu kurz gegriffen. Ziel muss es sein, die Bürger vom Verkehr dauerhaft zu entlasten und nicht die Belastung zu verteilen.“