Erstellt am 12. Oktober 2015, 13:43

von APA/Red

8.540 Flüchtlinge am Sonntag eingetroffen. Der Zustrom von Flüchtlingen zum burgenländischen Grenzort Nickelsdorf nimmt wieder zu. Allein am Sonntag sind laut Landespolizeidirektion Burgenland circa 8.540 Personen angekommen.

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Update vom Sonntag: 8.540 Flüchtlinge am Sonntag eingetroffen

Der Zustrom von Flüchtlingen zum burgenländischen Grenzort Nickelsdorf nimmt wieder zu. Allein am Sonntag sind laut Landespolizeidirektion Burgenland circa 8.540 Personen angekommen.

Von Mitternacht bis 07.00 Uhr am Montag wurden nochmals rund 3.680 Asylsuchende gezählt. In Heiligenkreuz hingegen wurden keine Flüchtlinge registriert. 6.600 Flüchtlinge verbrachten die Nacht auf Montag in österreichischen Transitquartieren. Etwa 2.100 weitere Menschen seien an Sammelstellen betreut worden, die meisten in Nickelsdorf und Salzburg, sagte Gerry Foitik, Bundesrettungskommandant des Roten Kreuzes (RK).

Der Kälteeinbruch stelle die Helfer vor Probleme, erläuterte Foitik auf APA-Nachfrage. Betroffen seien nicht so sehr jene Flüchtlinge, die nach kurzem Aufenthalt weiterreisen. "Für die haben wir mittlerweile dickere Decken." Schwierig werde es angesichts der fallenden Temperaturen aber für jene Menschen, die einen Asylantrag in Österreich stellen und dann längere Zeit in Notunterkünften bleiben müssen. In dieser Lage befänden sich aktuell an die 3.000 Menschen, davon etwa 2.400 in Wien.

Unterkunft in Graz-Webling so gut wie voll

In der Steiermark kamen am Wochenende wieder mehr Flüchtlinge an, bedingt durch die hohe Zahl an Grenzübertritten im Burgenland. Dadurch wurde die Transitunterkunft in Feldkirchen bei Graz wieder personell hochgefahren, so das Rote Kreuz am Montag. Die Unterkunft in Graz-Webling ist so gut wie voll belegt. In Graz und in Mautern im Bezirk Leoben gehen private Unterkünfte für Asylwerber in Betrieb.

Die Transitunterkunft im ehemaligen Euroshoppingcenter in Graz-Webling war am Montagvormittag mit rund 1.500 Personen - 1.318 Transit-Flüchtlinge und 184 Asylwerber - belegt. Aufgrund des großen Zustroms wurde die Transitunterkunft in der früheren Bellaflora-Halle in Feldkirchen am Sonntag ab 19.00 Uhr personell besetzt und ging ab Mitternacht in Betrieb. Derzeit sind dort 289 Menschen auf der Flucht untergebracht.

In den Sammelstellen und Bad Radkersburg wurde in den vergangen Stunden kein Flüchtlingsaufkommen registriert - ebenso wenig wie an den Bahnhöfen Fürstenfeld und Graz keine andauernden Versorgungsmaßnahmen durchgeführt werden mussten.

x  |  NOEN, Landespolizeidirektion Burgenland

Immer mehr private und kirchliche Initiativen

Indes bilden sich immer mehr private und kirchliche Initiativen in der Steiermark, um einen Beitrag zur Unterbringung der großen Anzahl von Menschen zu leisten. Die bekannt karitativ eingestellte Grazer Messinstrumentefirma Anton Paar GmbH adaptierte ein derzeit ungenutztes Bürogebäude und stellt dieses 40 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen als Quartier zur Verfügung. 19 Jugendliche, die ohne Eltern oder Familienangehörige vor allem aus Syrien und Afghanistan geflüchtet sind, haben das Quartier in Graz-Straßgang bereits bezogen. Die Betreuung obliegt Alpha nova, Anton Paar verlangt keine Miete. Das dadurch ersparte Geld kann für "eine ordentliche Betreuung der Jugendlichen" verwendet werden, hieß es in einer Mitteilung.

Im obersteirischen Mautern hat das Benediktinerstift Admont die eben erworbene ehemalige Haushaltungsschule der Schulschwestern als Flüchtlingsquartier eingerichtet, welches von der Caritas der Diözese Graz Seckau betrieben werden wird. Dies ermöglicht die Unterbringung von 45 bis 50 Asylwerbern. Geplant ist eine Einrichtung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF), Familien und Einzelpersonen. Man setzt auf Unterstützung durch die Bevölkerung: Anfang Oktober gab es einen Infoabend für die Marktgemeinde Mautern. Das neue Flüchtlingshaus soll bis spätestens Ende Jänner 2016 in Betrieb genommen werden.

Es war die erste Nacht mit Frost in Oberösterreich in diesem Herbst und somit zeichnet sich ab, dass das unbeheizte Postverteilerzentrum in Linz nicht mehr lange als Notquartier für durchreisende Flüchtlinge zur Verfügung stehen kann. Im aufgelassenen Gebäude am Hauptbahnhof betreut das Rote Kreuz 750 Personen. Ende Oktober soll eine neue Winterunterkunft gefunden sein.

Noch kann mit elektrischen Heizaggregaten die Situation überbrückt werden, doch der Krisenstab der Landespolizeidirektion und das Rote Kreuz prüfen derzeit mögliche Ausweichquartiere in Linz. Die 750 Plätze werden laut aktueller Belegungszahlen auch weiterhin benötigt. Derzeit nächtigen in Oberösterreich zwischen 1.100 und 1.900 Flüchtlinge täglich. Die Unterkünfte in der Welser Messehalle (400 Plätze), in der Stockhalle in Mülheim am Inn (300 Plätze), im alten Polytechnikum Braunau (370 Plätze), in Kollerschlag (250 Plätze) und im alten Pflegeheim Schärding (100 Plätze) allein würden nicht ausreichen.