Erstellt am 31. August 2015, 12:01

von APA Red

Nickelsdorf bittet Bürger um Sachspenden. Die Schwerpunktkontrollen als Konsequenz des Flüchtlingsdramas auf der A4 haben am Montag für zahlreiche Staus gesorgt.

 |  NOEN, HERBERT NEUBAUER
Laut dem Nickelsdorfer Bürgermeister Gerhard Zapfl (SPÖ) reichte der Stau von der Grenzstelle Nickelsdorf-Hegyeshalom am späten Vormittag rund 50 Kilometer bis nach Györ. In der Gemeinde selbst rüstet man sich derzeit für den erwartenden Flüchtlingsstrom und bat um Sachspenden.

Der Bürgermeister sah die gestern, Sonntag, gestarteten Kontrollen hinter den Grenzen kritisch. "In Wahrheit wird nur der Zeitpunkt des Ankommens der Flüchtlinge verändert. Jetzt werden die Schlepper die Flüchtlinge irgendwo in Ungarn rauslassen und sie werden von dort zu Fuß den Weg nach Österreich suchen", sagte er.

Laut der ungarischen Nachrichtenagentur MTI gab es an den kleineren Grenzübergängen Klingenbach, Pamhagen und Deutschkreutz am Vormittag keine Staus mehr. Auf der Autobahn M1 Richtung Nickelsdorf wurden Wasserausgabestellen eingerichtete.

"Ich sehe es als unsere Pflicht"

In einem Schreiben wandte sich Zapfl an die Bürger seiner Gemeinde und bat um Sachspenden wie Seifen, Duschgel, Zahnbürsten und -pasta sowie saubere intakte Herrenbekleidung. Die Gemeinde stelle als Sammelstelle die Räumlichkeiten des zweiten Bauhofes (Urbarialgasse) zur Verfügung, wo Spenden von Montag bis Freitag von 10.00 bis 12.00 und von 14.00 bis 16.00 Uhr abgegeben werden können. "Die Sachspenden werden von Freiwilligen vorsortiert, zum Beispiel in Größen eingeteilt und dann von Helfern des Roten Kreuzes von dort nach Bedarf abgeholt und verteilt", erzählte Zapfl.

"Ich sehe es als unsere Pflicht, die Leute erstzuversorgen und ihnen zu helfen", sagte er. Denn "es ist angenehmer, helfen zu können, als selbst Hilfe annehmen zu müssen". In Nickelsdorf habe man 25 Flüchtlinge seit Juli in einer Pension untergebracht. Zwar habe es am Anfang Kritiker gegeben, aber diese verstummen mehr und mehr, meinte Zapfl. Auch "Gegner" bringen Sachspenden. "Dieses Thema ist da. Ich sehe es als meine Hauptaufgabe, für gesellschaftlichen Frieden in meiner Gemeinde zu sorgen und die Gegensätze am Boden zu halten."